Aufnahmeprüfung : Bei Privatschülern zählen Vornoten fürs Gymi nicht
Aktualisiert

Aufnahmeprüfung Bei Privatschülern zählen Vornoten fürs Gymi nicht

Besucht ein Kind eine öffentliche Schule, zählen seine Vornoten bei der Gymiprüfung. Nicht aber bei Privatschülern. Eine Mutter reichte Beschwerde ein – ohne Erfolg.

Hier versuchte ein 20-Minuten-Redaktor die Gymiprüfung. Auch er konnte sich nicht auf seine Vornoten verlassen. Video: Alice Grosjean

Eine Privatschülerin (12) machte die Aufnahmeprüfung für ein Zürcher Langzeitgymnasium. Mit dem Notendurchschnitt von 3.81 schaffte sie diese jedoch nicht. Dabei hatte sie im letzten Zeugnis in den massgeblichen Fächern Deutsch und Mathematik einen Notendurchschnitt von 5,375 gehabt. Doch diese Vornoten zählten bei der Prüfung nicht. Anders wäre dies gewesen, wenn sie eine öffentliche Schule besucht hätte. Dann wäre sie ins Gymnasium zugelassen worden.

Denn Kinder von öffentlichen Schulen können eine ungenügende Note in der Aufnahmeprüfung mit einem Notendurchschnitt ab 5 im letzten Zeugnis kompensieren. Zusammen mit den Ergebnissen der Aufnahmeprüfung müssen sie bei der Prüfung einen Notendurchschnitt von 4,5 erreichen. Privatschüler müssen bei der Gymiprüfung hingegen zwingend die Note 4 erreichen.

Noten können nicht verglichen werden

Die Mutter des Mädchen fand, dass mit diesen unterschiedlichen Regeln Privatschüler benachteiligt würden, schreiben die NZZ und die «Zürichsee-Zeitung». Sie legte dagegen einen Rekurs ein. Doch wie auch die Bildungsdirektion wies nun auch das Verwaltungsgericht die Beschwerde ab.

Die unterschiedlichen Regelungen für Schüler von Privatschulen und öffentlichen Schulen seien nicht diskriminierend, begründete dieses seinen Entscheid. Die Noten von Privatschulen könnten nicht einfach mit denjenigen von öffentlichen Schulen verglichen werden. Privatschulen hätten grössere Freiheit bei der Gestaltung des Unterrichts und der Benotung.

Keine Erfahrungsnote?

Eine Minderheit der zuständigen Kammer im Verwaltungsgericht sah dies etwas anders. Zwar sind sie der Ansicht, dass Vornoten aus Privatschulen und öffentlichen Schulen nicht gleichzusetzen sind. Am besten und einfachsten wäre die Rechtsgleichheit zu gewährleisten, wenn gar keine Erfahrungsnoten in das Prüfungsergebnis einbezogen würden, heisst es zur Begründung.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

(20 Minuten)

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