Nach Sahin-Wechsel: Bei Real spricht man Deutsch
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Nach Sahin-WechselBei Real spricht man Deutsch

Nach Mesut Özil und Sami Khedira wird mit Nuri Sahin ein weiterer deutschsprachiger Spieler Real Madrid verstärken. Eine ähnliche Konstellation gab es schon einmal – und dies sehr erfolgreich.

von
fox
Können Khedira, Sahin und Özil ähnlich erfolgreich werden wie einst Brehme, Matthäus und Klinsmann bei Inter?

Können Khedira, Sahin und Özil ähnlich erfolgreich werden wie einst Brehme, Matthäus und Klinsmann bei Inter?

Deutsche Nationalspieler ausserhalb der Bundesliga sind selten. Warum sollten sie auch ins Ausland wechseln? Die Bundesliga ist attraktiv, die Fans strömen in Scharen ins Stadion und der Verdienst lässt nur extravagante Wünsche offen.

Klar, es gab die üblichen Ausnahmen. In früheren Jahren Günter Netzer oder Paul Breitner (beide Real Madrid), dann Rudi Völler (Marseille, Rom), Michael Ballack (Chelsea) oder aktuell Sami Khedira und Mesut Özil. Letztere zwei erhalten ab Sommer deutschsprachige Unterstützung. Der in Deutschland aufgewachsene Türke Nuri Sahin verstärkt die Königlichen ab nächster Saison. Drei Deutsche – oder zumindest nach der deutschen Fussballschule ausgebildete Spieler – auf wichtigen Positionen bei Real Madrid, kann das gut gehen? Irgendwie will man das nicht ganz glauben. Die «derbe Spielkultur» kommt einem in den Sinn, welche so gar nicht zum südeuropäischen Temperament zu passen scheint.

Als Matthäus und Co. Inter rockten

Dass dieses Bild überholt ist, zeigte nicht zuletzt die WM 2010. Oder auch die starken Leistungen von Özil und Khedira beim weissen Ballett. Trainer José Mourinho schwärmt von seinen beiden Deutschen in höchsten Tönen und das Spiel des Portugiesen ist auch nicht gerade typisch für den spanischen Fussball. Ob der eigenwillige Coach alle drei Spieler miteinander einsetzt? In Reals Mittelfeld herrscht ein grosser Konkurrenzkampf. Gut möglich, dass sie sich gegenseitig auf die Ersatzbank verdrängen.

Aber kann eine deutschsprachige Achse bei einem Klub aus Südeuropa aufgehen? Ja. Dies bewiesen Lothar Matthäus, Andreas Brehme und Jürgen Klinsmann von 1989 bis 1992 bei Inter Mailand. Brehme räumte hinten auf, Matthäus zog im Mittelfeld die Fäden und Klinsmann schoss die Tore. Erstmals nach neun Jahren holte Inter damals wieder den Scudetto und stellte dabei einen bis heute gültigen Rekord von 58 Punkten in 34 Spielen (Zweipunkteregel) auf. Zudem gewannen die Nerazzurri 1991 den Uefa-Cup und den italienischen Supercup (1989). Es könnten rosige Zeiten werden für Real Madrid.

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