Iran: Bei Recherchen über Steinigung festgenommen
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IranBei Recherchen über Steinigung festgenommen

Zwei deutsche Journalisten sind im Iran festgenommen worden. Sie recherchierten über Sakine Mohammadi Aschtiani, die wegen Ehebruchs zum Tod durch Steinigung verurteilt wurde.

Bei ihrer Recherche über die zum Tod durch Steinigung verurteilte Iranerin Sakine Mohammadi Aschtiani wurden zwei deutsche Journalisten festgenommen (Bild von einer Protestkundgebung in Genf).

Bei ihrer Recherche über die zum Tod durch Steinigung verurteilte Iranerin Sakine Mohammadi Aschtiani wurden zwei deutsche Journalisten festgenommen (Bild von einer Protestkundgebung in Genf).

Im Iran sind zwei deutsche Journalisten festgenommen worden, weil sie ein Interview mit dem Sohn der zum Tod durch Steinigung verurteilten Iranerin Sakine Mohammadi Aschtiani führten.

Das bestätigte der iranische Staatsanwalt Gholam Hussein Mohseni Edscheie am Montag gegenüber örtlichen Medien. Offenbar handelt es sich bei den Festgenommenen um einen Fotografen und einen Reporter für ein Printmedium. Nach inoffiziellen iranischen Angaben sollen sie bei der Zeitung «Bild am Sonntag» arbeiten.

«Was ist hier los?»

Das Interview hatte am Sonntagnachmittag im Büro von Aschtianis Anwalt stattgefunden, wie die in Deutschland lebende Sprecherin des Komitees gegen die Steinigung, Mina Ahadi, sagte. Ahadi nahm an dem Interview per Telefonkonferenz teil, als einer der Journalisten plötzlich «Was ist hier los?» gerufen und ihr dann gesagt habe, er müsse auflegen.

Seitdem habe sie weder die Journalisten, noch den Sohn von Aschtiani, noch den Anwalt erreichen können. Das Auswärtige Amt hatte bestätigt, Hinweisen auf eine Festnahme von deutschen Journalisten «mit Hochdruck» nachzugehen.

Wegen einer «unerlaubten Beziehung» verurteilt

Sakine Mohammadi Aschtiani wurde im Mai 2006 wegen einer «unerlaubten Beziehung» zu zwei Männern verurteilt. Zunächst wurde sie mit 99 Peitschenhieben bestraft. Später verurteilte ein Gericht sie wegen Ehebruchs und Mordes an ihrem Mann zum Tod durch Steinigung.

Dies löste Proteste zahlreicher Regierungen und Menschenrechtsorganisationen aus. Im Juli 2010 setzte der Iran die Vollstreckung des Steinigungsurteils vorerst aus. Die 43 Jahre alte Mutter von zwei Kindern sitzt derzeit in einem Gefängnis.

Im Fernsehen räumte sie eine aussereheliche Beziehung zum Cousin ihres Mannes ein, dem sie auch geholfen habe, ihren Ehemann 2006 zu töten. Sie habe das Opfer bewusstlos gemacht, der Cousin habe den Mord dann mit ihrer Billigung begangen. Inwieweit das Geständnis erzwungen wurde, ist unklar. (sda/dapd)

Scharia

Die Scharia ist das unabänderliche islamische Recht, das auf dem Koran und damit auf Gottes Wort beruht. Es unterscheidet zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen und weist Frauen einen unterschiedlichen Rechtsstatus zu, der sie in der Regel benachteiligt.

Die Scharia bedroht eine Reihe von verbotenen Handlungen mit Körperstrafen («Hadd-Strafen»): Dazu zählen Alkoholgenuss, Unzucht, die falsche Bezichtigung der Unzucht, Diebstahl, Geschlechtsverkehr zwischen Männern und der Abfall vom Islam.

Für Ehebruch (Unzucht) bei volljährigen Frauen, die verheiratet sind oder waren, sieht der Koran lebenslangen Hausarrest oder einen von Gott geschaffenen «Ausweg» vor. Dieser Ausweg ist in der Rechtspraxis die Steinigung. Unzucht muss allerdings von vier männlichen Zeugen bestätigt werden, was praktisch ein Geständnis notwendig macht.

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