Aktualisiert 09.05.2018 06:29

GesichtserkennungBei Rot über die Strasse? Kameras erwischen dich

Wer bei Rot über die Strasse geht, verstösst gegen das Gesetz – auch in China. Die lokalen Behörden wollen Fussgänger nun per SMS büssen.

von
vhu
1 / 9
Wer in China bei Rot über die Strasse geht, verstösst gegen das Gesetz. Verkehrskameras wie hier in Shenzhen nehmen auf und erkennen, wenn jemand die Regeln missachtet hat.

Wer in China bei Rot über die Strasse geht, verstösst gegen das Gesetz. Verkehrskameras wie hier in Shenzhen nehmen auf und erkennen, wenn jemand die Regeln missachtet hat.

stc.gov.cn
Bis anhin wurden Personen, die bei Rot über die Strasse gehen, auf solchen Bildschirmen öffentlich an den Pranger gestellt. Das Anzeigen der Bilder allein hat allerdings wenige von der Wiederholung ihrer Tat abgeschreckt. Darum wurden zusätzlich zum Bild auch persönliche Daten wie zum Beispiel der Name angezeigt.

Bis anhin wurden Personen, die bei Rot über die Strasse gehen, auf solchen Bildschirmen öffentlich an den Pranger gestellt. Das Anzeigen der Bilder allein hat allerdings wenige von der Wiederholung ihrer Tat abgeschreckt. Darum wurden zusätzlich zum Bild auch persönliche Daten wie zum Beispiel der Name angezeigt.

stc.gov.cn
Im April 2018 wurde zudem angekündigt, dass nun Bussen per SMS an die Verkehrssünder gesendet werden sollen. Möglich ist dies dank Gesichtserkennung und Datenbankenabgleich.

Im April 2018 wurde zudem angekündigt, dass nun Bussen per SMS an die Verkehrssünder gesendet werden sollen. Möglich ist dies dank Gesichtserkennung und Datenbankenabgleich.

Getty Images/Kiyoshi Ota/Bloomberg

Während Australien High-Tech-Kameras testet, die erkennen können, ob Autofahrer ihr Handy am Steuer nutzen, geht China noch einen Schritt weiter. In der Tech-Metropole Shenzhen soll nun ein neues System Fussgänger automatisch büssen, wenn sie gegen die Verkehrsregeln verstossen.

Schon jetzt haben die Behörden ihr Überwachungskamerasystem mit künstlicher Intelligenz ausgestattet, um gegen Fussgänger vorzugehen, die ohne Rücksicht auf den Verkehr die Strasse überqueren – meist bei Rot oder abseits des Zebrastreifens. Vor allem bei grossen und dicht befahrenen Kreuzungen verursachen sie regelmässig Unfälle.

Als Nächstes kommen Bestrafungs-SMS

Die Identifikaiton der Personen mittels Gesichtserkennung ermöglicht es, gezielt Bussen zu verhängen. Wie Newsweek.com berichtet, hat die Verkehrspolizei von Shenzhen in den letzten zehn Monaten seit der Installation über 13'930 Straftäter an einer belebten Kreuzung identifizieren können. Vor allem Wiederholungstäter seien davon abgeschreckt worden.

Der nächste Schritt seien nun Bussen via SMS. Sobald ein Fussgänger die Strasse bei Rot kreuzt, soll er eine solche Textnachricht erhalten. Intellifusion, ein in Shenzhen ansässiges Unternehmen für künstliche Intelligenz, arbeite bereits mit lokalen Telefonanbietern und Social-Media-Plattformen wie Wechat und Weibo zusammen, um eine solche Technologie zu entwickeln.

Identifikation mit Hilfe von Gesichtserkennung

Bisher versuchte man das Problem mit einem Pranger zu lösen: Lief ein Fussgänger rücksichtslos über die Strasse, so haben die Verkehrskameras sein Gesicht erfasst und projizieren es auf einen öffentlichen LED-Bildschirm. So ist sichtbar für alle, wer die Verkehrsregeln missachtet hat.

Leider löste diese Vorgehensweise das Problem in China nicht wirklich. Deshalb hat die Verkehrspolizei von Shenzhen nun die Gesichtserkennung eingeführt.

Dies ermöglicht den 7-Millionen-Pixel-Kameras nicht nur das Erstellen von Bildern der Menschen, die illegal über die Strasse laufen, sondern auch deren Identifikation. Indem sie die Fotos der Passanten mit einer Datenbank abgleichen, wissen sie, um wen es sich handelt. So werden fortan nicht nur Bilder, sondern auch Familienname und Regierungsidentifikationsnummer auf den LED-Bildschirmen angezeigt.

Nicht immer ohne Fehler

Überwachungssysteme, die mit künstlicher Intelligenz und Gesichtserkennung arbeiten, sind jedoch nicht immer fehlerfrei. Dies zeigt ein Beispiel aus Wales. Beim Champions-League-Finale von 2017 in Cardiff wurden mehr als 2000 Personen irrtümlicherweise als Kriminelle identifiziert. Die Kameras lagen somit in 92 Prozent der Fälle falsch. Die Polizei verteidigte das System damals und meinte, kein System sei hundertprozentig sicher.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.