Aktualisiert 06.07.2012 08:18

Helikopter-Auto

Bei Staus einfach davonschweben

Fliegende Autos – was futuristisch klingt, ist für Schweizer Forscher reale Gegenwart: Sie arbeiten am «Autokopter».

von
Janko Skorup
So könnte laut Forschern der ETH Zürich ein persönliches Luftfahrzeug aussehen.

So könnte laut Forschern der ETH Zürich ein persönliches Luftfahrzeug aussehen.

Die Idee für das Vorhaben stammt wohl aus dem Science-Fiction-Film «Das fünfte Element»: Schweizer Forscher wollen zusammen mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt, dem Tübinger Max-Planck-Institut und der Universität Liverpool ein fliegendes Auto entwickeln. «Um die Strassen nachhaltig zu entlasten, müssen wir in die dritte Dimension vorstossen», sagt Jean-Christophe Zufferey vom Institut für intelligente Systeme an der ETH Lausanne.

Das Prinzip ist einfach: Autos sollen zum Helikopter werden – so könnte man in Zukunft mit dem «Personal Aerial Vehicle» (PAV) dem Stau einfach entschweben. Im Max-Planck-Institut werden zurzeit Bedieninstrumente in «einem der fortschrittlichsten Bewegungssimulatoren weltweit» getestet.

Projekt «MyCopter» bald beendet

Auch die ETH Zürich ist mittendrin im Millionenprojekt: «Wir forschen an Verfahren, damit das Auto selbstständig starten, zum gewünschten Ziel navigieren und landen kann», sagt Margarita Chli vom Institut für Robotik und Intelligente Systeme. Dank des Autopiloten soll es für die «Fahrer» künftig möglich sein, das Auto ohne Pilotenschein zu fliegen – «ein langfristiges Ziel wäre, dass eine einfache Flugprüfung, ähnlich der heutigen Fahrprüfung, für den PAV reicht», so Chli.

Das mit 4,3 Millionen Euro von der EU finanzierte Projekt «MyCopter» wird Ende 2014 abgeschlossen. Danach behält sich Zufferey gar eine Zusammenarbeit mit der Industrie vor, um «vielleicht in etwa zehn Jahren» einen Prototypen zu bauen. Die Schweizer Gesetzgebung könnte dem Projekt aber einen Strich durch die Rechnung machen: «Helikopter dürfen nur auf Flugplätzen starten und landen», sagt Daniel Göring vom Bundesamt für Zivilluftfahrt.

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