Aktualisiert 21.11.2016 18:34

Nachhaltige Mode«Bei uns sind zwei Drittel der Hosen vegan»

Seit zehn Jahren verkauft René Roggli in der Berner Lorraine Fair Trade und Bio-Kleidung. Vegane Kleider sind zunehmend gefragt.

von
kaf

René Roggli erzählt, was er in den zehn Jahren in seiner Boutique Nordring Fair Fashion alles erlebt hat.

Bio-Pullis, Fair-Trade-Hosen und vegane Jacken: Wer in der Boutique Nordring Fair Fashion einkauft, kann sich ohne schlechtes Gewissen seiner Kleidungsstücke erfreuen. Seit 2006 betreibt René Roggli sein Geschäft in der Berner Lorraine – nun feiern der 52-Jährige und sein Geschäftspartner Arnaud Reinhard (33) zusammen mit ihren Kunden ihr 10-Jahr-Jubiläum.

Ans Aufhören denken die beiden noch lange nicht: «Immer mehr Leute achten beim Kleiderkauf auf Fair Trade und Bio», sagt Roggli. Das Bewusstsein für nachhaltige Mode nehme stetig zu – und auch für vegane Mode: «Unser aktueller Verkaufshit ist eine vegane Jacke aus Hanf, Baumwolle, Satifur und recycletem PET», so der gelernte Detailhändler. Die Jacke sei wasserdicht und warm – auch ohne Daunenfütterung.

Echtes Leder mit Kunstleder ersetzen

Die Jacke ist nicht das einzige vegane Produkt in der Lorrainer Boutique: «Im Sommer ist hier quasi alles vegan», sagt Roggli. Aber im Winter gehörten halt auch Wollpullover zum Sortiment. «Wir verkaufen Fair-Trade- und Bio-Mode, und vegane Kleidung ist ein Teil davon.» So würden sie etwa darauf schauen, auch immer zwei bis drei Paar vegane Schuhe im Geschäft zu führen.

Dennoch gebe es ein paar Details, die verbessert werden könnten. So führte Nordring Fair Fashion einen Sommermantel im Sortiment, bei dem die Verschlüsse mit Leder verstärkt waren. «Beim Nachbestellen haben wir dann darauf gepocht, dass diese besser aus Kunststoffleder gefertigt würden», sagt Roggli. Auch bei Jeans würde das Label oft ein Leder-Badge auf der Rückseite annähen. Einige Marken haben das bereits erkannt und verwenden nun stattdessen eine nicht-tierische Alternative. «Bei uns sind inzwischen zwei Drittel der Hosen vegan.»

Einige Kunden fragen explizit nach veganen Kleidern

Auch beim Berner «Roots Fashion»-Store fragen einige Kunden explizit nach veganen Kleidungsstücken. «Ein Grossteil unserer Kollektion entspricht ihren Wünschen», heisst es von Seiten des Roots-Teams. «Aber wir sind nicht ein ausschliesslich veganer Laden.»

Anders «Aestethial» und «Favorite Fair»: Die beiden Online-Shops bieten nur vegane Produkte an. «Stil sollte unserer Meinung nach nicht auf Kosten anderer oder der Umwelt gehen», heisst es beim Schuh-Shop «Aestethial». «Wir bieten Mode, die ohne schlechtes Gewissen getragen werden kann und dabei erst noch spitze aussieht.»

Der Kleider-Versand «Favorite Fair» verzichtet auf Leder, Wolle, Seide, Daunen, Perlmutt und Hornknöpfe. «Wir sind der Meinung, dass es genügend Alternativen zu tierischen Materialien gibt, die umweltverträglich sind und keinem Tier Leid zufügen», lautet die Begründung.

Aktionswoche zum 10-Jahr-Jubiläum

Der Kleiderladen «Nordring Fair Fashion» feiert sein zehnjähriges Bestehen. Dazu laden Geschäftsführer René Roggli und Inhaber Arnaud Reinhard alte und neue Kunden in die Räumlichkeiten in der Lorraine. «Vom 21. bis am 25. November gibt es zehn Prozent Rabatt auf alles», sagt Roggli. Am Donnerstag gebe es zudem einen Abendverkauf – «der erste und wohl letzte». Und am Samstag lädt die Boutique zum Apéro mit musikalischer Begleitung von verschiedenen DJs.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.