Aktualisiert 28.03.2014 10:39

Pädophile in Badis

«Bei Verdacht schalten wir sofort die Polizei ein»

Ein Pädophiler hat Kinder in Zürcher Badis gefilmt. Dort ist man sensibilisiert, kontrolliert Kabinen und beobachtet den Kinderbereich.

von
ann
Ein Pädophiler hat heimlich Kinder im Bassin und in der Kabine mit einer Minikamera gefilmt. In Badeanstalten ist man sensibilisiert und beobachtet die Gäste.

Ein Pädophiler hat heimlich Kinder im Bassin und in der Kabine mit einer Minikamera gefilmt. In Badeanstalten ist man sensibilisiert und beobachtet die Gäste.

Ermitter sind im Darknet – dem Paralleluniversum im Internet – auf einen Pädophilen gestossen, der in Zürcher Badeanstalten Kinder gefilmt hat. Dabei verwendete er eine ferngesteuerte Minikamera und filmte so die Kinder in den Bassins, aber auch nackt in den Umziehkabinen. Welche Badeanstalten betroffen sind und wie der Mann die Aufnahmen gemach hat, darf die Zürcher Staatsanwaltschaft nicht sagen. Es sei ein laufendes Verfahren.

In den Badis im Kanton Zürich ist man aber ohnehin sensibilisiert. «In der Grundschulung der Mitarbeiter sind sexuelle Übergriffe und verbotene Handlungen ein Thema, darin ist Pädosexualität enthalten», sagt Dave Mischler, Leiter des Winterthurer Sportamts. Film- und Fotoaufnahmen seien zudem in den Badeanstalten grundsätzlich nicht erlaubt. Das Personal sei aufmerksam und versuche, das Geschehen nach seinen Möglichkeiten zu überblicken.

Auf Beobachtungen der Badegäste angewiesen

«Hält sich jemand ohne einen sichtbaren Bezug längere Zeit im Kinderbereich auf, wird die Person sofort angesprochen», sagt Patrick Müller, Leiter Badeanlagen der Stadt Zürich. Bei Kontrollrundgängen in den Garderoben werde auch darauf geachtet, ob nicht etwas Verdächtiges installiert worden sei. In den Badis der Stadt Zürich müssen Kinder zudem bis zum Alter von zehn Jahren in Begleitung Erwachsener sein. «Auch um das Kind vor Übergriffen zu schützen», so Müller.

Sowohl in Winterthur als auch in Zürich ist man sich einig, dass man auf die Beobachtungen der Badegäste angewiesen und aufgrund der Smartphones das Filmverbot schwierig zu kontrollieren ist. «Haben wir aber den Eindruck, dass etwas Unrechtmässiges geschieht, schalten wir die Polizei ein», sagt Müller.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.