Spektakel am Himmel: «Beim Anblick überkam mich ein komisches Gefühl»
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Spektakel am Himmel«Beim Anblick überkam mich ein komisches Gefühl»

Ein Wetterphänomen hat sich am Sonntag über der Ostschweiz bemerkbar gemacht. Es handelt sich dabei wohl um einen Zirkumzenitalbogen. Damit dieser entstehen kann, müssen verschiedene Bedingungen erfüllt sein.

von
Leo Butie

Hier siehst du das besondere Wetterphänomen.

Leser-Reporter

Darum gehts

  • In der Ostschweiz konnte am Sonntag ein meteorologisches Phänomen beobachtet werden.

  • Die Wolken schienen in Regenbogenfarben zu strahlen.

  • Verschiedene Leser-Reporter konnten das Phänomen fotografieren.

  • Laut einem Meteorologen handelt es sich um einen Zirkumzenitalbogen.

  • Dieses Phänomen kann man in der kalten Jahreszeit öfters beobachten.

Als Leser-Reporterin Aleksandra Perlaska am Sonntag spazieren ging, konnte sie ein Wetterphänomen beobachten. Als sie in den Himmel blickte, sah sie Wolken, die in allen Regenbogenfarben erstrahlten. «Beim Anblick überkam mich ein komisches Gefühl», so die 37-Jährige aus Flawil SG. Andere Spaziergänger schienen es gar nicht zu bemerken, sie selbst war aber fasziniert. «Für mich war es ein Spektakel.»

Gleich mehrere Leser-Reporter erspähten das Phänomen am Himmel und konnten Bilder und Videos davon senden. Auch auf Ostschweizer Facebook-Gruppen machen Bilder davon die Runde.

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Dieses meteorologische Spektakel konnte man am Sonntag über der Ostschweiz beobachten.

Dieses meteorologische Spektakel konnte man am Sonntag über der Ostschweiz beobachten.

Leser-Reporter
«Das sieht man nicht jeden Tag», so Leser-Reporterin Aleksandra Perlaska, die das Phänomen miterleben konnte.

«Das sieht man nicht jeden Tag», so Leser-Reporterin Aleksandra Perlaska, die das Phänomen miterleben konnte.

Leser-Reporter
Bei diesem Phänomen handelt es sich um einen sogenannten Zirkumzenitalbogen, wie Martin Fengler von Meteomatics erklärt.

Bei diesem Phänomen handelt es sich um einen sogenannten Zirkumzenitalbogen, wie Martin Fengler von Meteomatics erklärt.

Getty Images/iStockphoto

Phänomen entsteht in luftiger Höhe

Bei diesem Wetterphänomen handelt es sich vermutlich um einen Teil eines sogenannten Zirkumzenitalbogens, wie Martin Fengler, Gründer und CEO von Meteomatics in St. Gallen, erklärt. «Die Farben entstehen, weil das Licht durch die Eiskristalle in den Wolken gebrochen wird», so Fengler. Dies passiere in ungefähr zehn Kilometer Höhe, in den sogenannten Cirrus-Wolken. «Damit es geschehen kann, wird eine ruhige, geordnete Wolkenstruktur benötigt.» Bei den richtigen Bedingungen könne sogar ein ganzer Kreis entstehen. «Es ist wie beim Regenbogen, nur sind es nicht Regentropfen, sondern Eiskristalle, die das Licht brechen», sagt der Meteorologe.

Das Phänomen könne ganzjährig auftreten, sei aber in der kalten Jahreszeit häufiger zu beobachten. «Im Winter sieht man eher die höheren Wolkenlagen, wodurch man auch öfters einen Zirkumzenitalbogen beobachten kann.»

Ein weiteres Phänomen, das gleichzeitig entstehen könne, sind die Nebensonnen. Diese entstehen ebenfalls bei der Brechung des Lichts durch die Eiskristalle. «Nebensonnen treten oft im Zusammenhang mit dem Zirkumzenitalbogen auf», weiss Fengler. All diese Phänomene könne man unter den Begriff «Halo» zusammenfassen.

Es lohnt sich daher, während der kalten Jahreszeit öfters in den Himmel zu schauen, damit man dieses spezielle Phänomen erspähen kann.

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