Berset-Plan: Beim Anstehen am Skilift sollen Abstandsregeln gelten
Publiziert

Berset-PlanBeim Anstehen am Skilift sollen Abstandsregeln gelten

Maskenpflicht in den Fussgängerzonen, Kapazitätsbeschränkungen und eine Bewilligung vom Kanton – mit diesen Massnahmen will Bundesrat Berset die Skiorte auch über die Festtage offen lassen.

von
Fabian Pöschl
1 / 8
Bundesrat Alain Berset hat einen Massnahmenentwurf für Skigebiete in der Corona-Krise vorgelegt, der eine Maskenpflicht und Abstandsregeln vor dem Skilift vorsieht.

Bundesrat Alain Berset hat einen Massnahmenentwurf für Skigebiete in der Corona-Krise vorgelegt, der eine Maskenpflicht und Abstandsregeln vor dem Skilift vorsieht.

Foto: REUTERS
Die Skilifte sollen nur noch zu zwei Dritteln ausgelastet werden.

Die Skilifte sollen nur noch zu zwei Dritteln ausgelastet werden.

REUTERS
Auch die Anzahl der Gäste in den Skigebieten soll beschränkt werden.

Auch die Anzahl der Gäste in den Skigebieten soll beschränkt werden.

REUTERS

Darum gehts

  • Bundesrat Alain Berset hat einen Massnahmenentwurf für Skigebiete in der Corona-Krise vorgelegt.

  • Der Entwurf enthält zahlreiche Vorschriften.

  • So sollen die Skigebiete etwa die Kapazität beschränken.

  • Am Freitag entscheidet der Bundesrat wohl definitiv über den Corona-Plan für die Skiorte.

Der Bundesrat will die Schweizer Skigebiete über die Festtage offen lassen. Wegen der Corona-Krise müssen die Pisten- und Gondelbetreiber aber drastische Schutzmassnahmen einführen. Im Vorfeld des neuen Massnahmenpakets befürchtete deshalb mancher von ihnen das Aus.

Nach ersten Gesprächen mit den Skigebiete-Betreibern legt Bundesrat Alain Berset nun einen Entwurf für Einschränkungen vor. Er enthält zahlreiche Vorschriften. So sollen die Skigebiete etwa ein Schutzkonzept vorlegen und eine Bewilligung durch die Kantone einholen, wie der «Tages-Anzeiger» berichtet.

Maskenpflicht und beschränkte Kapazität

Die kantonale Erlaubnis soll es nur geben, wenn es die epidemiologische Lage in der Region zulässt. So müssen etwa genügend Spitalbetten zur Verfügung stehen, um neben Covid-Erkrankten auch Skiunfälle behandeln zu können. Auch Tests müssen ausreichend vorhanden sein. Ausserdem soll in belebten Fussgängerzonen von Wintersport-Gemeinden eine Maskenpflicht gelten.

Besonders schmerzhaft für die Skigebiete dürfte die Beschränkung der täglichen Gästezahl werden. Der Entwurf sieht zwei Varianten vor: Zugelassen werden dürfen entweder zwei Drittel der Gäste des Spitzentags vom Vorjahr oder 80 Prozent des Durchschnitts der Weihnachtsfeiertage der vergangenen fünf Jahre.

Take-away ist nicht mehr möglich

Auch auf den Seilbahnen mit Stehplätzen soll es Einschränkungen geben: Sie sollen nur noch zu zwei Dritteln ausgelastet werden. Zudem soll beim Anstehen vor den Skiliften nicht nur die Maskenpflicht, sondern auch die Abstandsregeln gelten – was besonders in den oftmals engen Talstationen schwierig umzusetzen sein dürfte.

Auch in den Restaurants gelten strenge Regeln: Nur wenn ein Tisch frei ist, darf ein Gast das Lokal betreten. Essen abholen wird dann nicht mehr möglich sein.

Noch sind die Massnahmen nicht beschlossen. Die Kantone können noch bis Mittwoch reagieren. Am Freitag wird der Bundesrat laut Bericht wohl definitiv über die Einschränkungen entscheiden.

Merkel & Co. wollen Skigebiete schliessen

Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel will im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie durchgreifen: In einer Regierungserklärung hat sie am vergangenen Donnerstag mit Blick auf die anstehende Skisaison gefordert, alle Skigebiete in Europa bis zum 10. Januar zu schliessen. «Wir werden uns in Europa um eine Abstimmung bemühen, ob wir alle Skigebiete schliessen könnten», so die Kanzlerin. Touristische Reisen sollten nicht stattfinden, jeder nicht notwendige Kontakt sollte vermieden werden. Auch Italiens Ministerpräsident Giuseppe Conte und der französische Präsident Emmanuel Macron haben sich für eine spätere Öffnung ausgesprochen.

Deine Meinung

147 Kommentare