Aktualisiert 14.07.2009 22:06

PlageBeim Bahnhof Luzern regieren die Ratten

Eine grössere Anzahl Ratten hat sich beim Bahnhof Luzern angesiedelt - zum Missfallen von Passanten und Touristen. Die Stadt Luzern will sich das nicht länger gefallen lassen.

Ob mehr Ratten in der Stadt leben als früher, lässt sich gemäss einer Mitteilung vom Dienstag nicht sagen. Sicher ist aber, dass die anpassungsfähigen und intelligenten Tieren gegenüber den Menschen zutraulicher geworden sind.

Schlaraffenland

Zudem haben die Ratten das Gebiet rund um den Bahnhof, vor allem dem Ufer entlang und bei den Landungsbrücken, zu ihrem bevorzugten Lebensraum erklärt. Alfred Fischer von der städtischen Umweltschutzpolizei führt dies auf die vielen Leute zurück, die sich dort aufhalten und Abfall liegen lassen.

Weil es immer wieder zu Reklamationen von Passanten und Touristen kommt, will die Stadt (zusammen mit der Schifffahrtsgesellschaft, dem KKL Luzern und der SBB) die Population der wenig geliebten Tierchen eindämmen.

Ein Schädlingsbekämpfer setzte in der Nähe der Schlupflöcher 250 Boxen mit Köder aus - quasi als Take-Away-Verpflegung für die Ratten, wie Fischer erklärte. Für andere Tiere sowie für Menschen ist der Köder gemäss Behördenangaben ungefährlich.

Unwohlsein bis zum Tod

Die in die Falle getappten Ratten verspüren zunächst wenig von ihrem Unglück. Die Tiere würden nicht sofort sterben, sondern müssten eine gewisse Menge Gift über mehrere Tage einnehmen, sagte Fischer. Das Gift mache die Ratten träge und müde. Die angeschlagenen Tiere zögen sich zurück und würden dann sterben.

Die Stadt geht davon aus, dass die Rattenpopulation in zwei bis drei Monaten sichtbar reduziert sein wird. Die Zahl der Köder wird dann reduziert. Die Aktion wird aber noch ein Jahr fortgesetzt werden, um eine Neuansiedlung zu verhindern.

Allerdings können auch die Menschen selbst etwas gegen die Rattenplage tun. Wird der Abfall korrekt entsorgt, werden die Kehrichtsäcke nicht über Nacht auf das Trottoir gestellt und werden Vögel nicht gefüttert, wird das Nahrungsangebot der städtischen Ratten ebenfalls verkleinert. (sda)

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