Edel-Prostituierte Salomé Balthus: «Beim Dinner-Date wirkte er angespannt»
Aktualisiert

Edel-Prostituierte Salomé Balthus«Beim Dinner-Date wirkte er angespannt»

Die Edelprostituierte Salomé Balthus wirft der «Weltwoche» vor, ein Date für einen Artikel missbraucht zu haben.

von
B. Zanni
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«Ich hättte nicht damit gerechnet, dass ein Journalist für eine Dienstleistung Geld bezahlt, um danach einen Bericht zu veröffentlichen», sagt Salomé Balthus.

«Ich hättte nicht damit gerechnet, dass ein Journalist für eine Dienstleistung Geld bezahlt, um danach einen Bericht zu veröffentlichen», sagt Salomé Balthus.

Uwe Hauth
«Sehr geehrte Weltwoche, Ihr Autor Roman Zeller hat über mich und ein ‹Rendezvous› mit mir geschrieben. Er hatte mich rein privat als Escort gebucht. Für eine Zusammenarbeit mit Ihrer Zeitung stand ich nicht zur Verfügung», schrieb die Edel-Prostituierte Salomé Balthus auf Twitter.

«Sehr geehrte Weltwoche, Ihr Autor Roman Zeller hat über mich und ein ‹Rendezvous› mit mir geschrieben. Er hatte mich rein privat als Escort gebucht. Für eine Zusammenarbeit mit Ihrer Zeitung stand ich nicht zur Verfügung», schrieb die Edel-Prostituierte Salomé Balthus auf Twitter.

Screenshot/Instagram
Weltwoche-Redaktor Roman Zeller beschreibt in der Weltwoche-Ausgabe von Anfang Dezember sein knapp vierstündiges Date mit Salomé Balthus.

Weltwoche-Redaktor Roman Zeller beschreibt in der Weltwoche-Ausgabe von Anfang Dezember sein knapp vierstündiges Date mit Salomé Balthus.

weltwoche.ch

Frau Balthus, der «Weltwoche»-Journalist Roman Zeller beschreibt in der aktuellen Ausgabe in einem Artikel ein Rendez-vous, das er bei Ihnen gebucht hat. Sie werfen ihm vor, diesen gegen Ihren Willen veröffentlicht zu haben. Warum?

Die «Weltwoche» hat mich immer wieder um ein Interview gebeten. Ich lehnte stets ab, weil ich mit einer solch rechten Zeitung nicht zusammenarbeiten möchte. Danach meldete sich Roman Zeller bei meiner Agentur als Kunde. Er wollte ein Dinner-Date mit mir buchen. Es verstand sich von selbst, dass er keinen Artikel über das Date veröffentlichen würde.

Warum vertrauten Sie ihm?

Ich war schon skeptisch. Gleichzeitig hatte ich aber auch keinen Grund, ihn nicht als Kunde zu empfangen. Warum sollte ich einen Menschen schlechter behandeln, weil er beruflich für eine Zeitung tätig ist, die mir nicht passt? Ich hatte nichts gegen Roman Zeller als Menschen.

Es war aber schon auffällig, dass sich ausgerechnet ein Journalist einer Zeitung, die bei Ihnen regelmässig auflief, für Ihre Dienste interessierte.

Ich hättte nicht damit gerechnet, dass ein Journalist für eine Dienstleistung Geld bezahlt, um danach einen Bericht zu veröffentlichen. Zudem ist Herr Zeller ein junger Mann. Das reichte für mich aus. Junge Männer sind neugierig.

Wie empfanden Sie das Date?

Ich fand die ganze Zeit, dass er irgendwie angespannt wirkte, und fragte mich, woran es liegen könnte.

Verhielten Sie sich deshalb anders als bei anderen Kunden?

Ja. Ich nahm mir vor, mich so zu verhalten, als würde unser Gespräch aufgezeichnet. So war ich auf der sicheren Seite. Alles, was veröffentlicht würde, würde mich nicht stören. Aber ich war natürlich nie einverstanden, dass er unser Gespräch derart missbraucht. Normalerweise fragt man nach dem Gespräch doch nach, ob die interviewte Person einverstanden ist. Ich denke, es gibt auch in der Schweiz kein Recht, aus allerlei privaten Gesprächen einen Artikel zu veröffentlichen. Aber ich wurde von ihm nicht einmal über den veröffentlichten Artikel informiert.

Wie erfuhren Sie davon?

Als ich am Mittwochabend meine Mails checkte, sah ich per Zufall auf Google-Alert meinen Namen – und stiess dann auf den Artikel.

Planen Sie rechtliche Schritte gegen den Artikel?

Ich habe noch nie jemanden verklagt. Es ist mir unangenehm, so etwas zu tun. Meine Freunde drängen mich zu einer Klage. Aber ich muss mir überlegen, ob ich mir diesen Stress antun will.

Weltwoche widerspricht

Das sagt der Presserat

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