Aktualisiert 14.09.2018 11:33

Humboldt Broncos

Beim Neubeginn nach der Tragödie fliessen Tränen

Fünf Monate nach dem Busunglück stehen die Humboldt Broncos wieder auf dem Eis. 16 Menschen kamen damals ums Leben – darunter viele Junioren.

von
Marian Märki

Die emotionale Rückkehr der Broncos. (Video: TSN/Tamedia)

Es ist ruhig in der Eishalle von Humboldt. Die Zuschauer und Spieler schauen mit gesenktem Kopf aufs Eis. Tränen kullern über ihre Wangen. Sie gedenken der 16 Todesopfer und der 13 teils schwer verletzten Personen, die heute noch mit den Folgen des Unglücks kämpfen. Am 6. April kollidierte der Teambus der Broncos auf dem Weg zum Auswärtsspiel bei den Nipawin Hawks mit einem Lastwagen. Die Hockeywelt trauerte.

Fünf Monate später stehen die Broncos wieder auf dem Eis und bestreiten den ersten Match der Saison. Unter ihnen die 20-jährigen Brayden Camrud und Derek Patter. Sie sind im neu formierten Team die einzigen noch aktiven Spieler, die den Unfall überlebt haben. Bei der emotionalen Andacht vor dem Spiel waren auch der ehemalige Torhüter der Broncos, Jacob Wassermann, der seit dem Unfall im Rollstuhl sitzt, und weitere Überlebende anwesend.

«Der erste Wechsel war heftig, mit sehr vielen Gefühlen», sagte Camrud bei TSN nach der Partie. Die 1:2-Niederlage gegen die Nipawin Hawks – ausgerechnet jenem Team, das die Broncos am 6. April eigentlich zu einem Playoff-Spiel erwartete – verkam zur Nebensache. Doch Patter versucht den Sport ins Zentrum zu rücken: «Für unser erstes gemeinsames Spiel war es eine ziemlich starke Leistung.»

Nummern werden nicht mehr vergeben

Im Anschluss wurden 29 Banner im Gedenken an die Toten und Verletzten enthüllt. Die Broncos werden die Nummern der verstorbenen Spieler nicht mehr vergeben. Zudem haben sie hinter dem Haupteingang der Eishalle ein grosses, grün-weisses Kreuz angebracht. An der Gedenkstätte, neben der ein riesiger Hockeyschläger steht, sind alle Namen der Opfer aufgelistet.

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Die Humboldt Broncos und ihre Fans gedenken der Opfer des tragischen Unglücks.

Die Humboldt Broncos und ihre Fans gedenken der Opfer des tragischen Unglücks.

kein Anbieter/Jonathan Hayward/The Canadian Press via AP
29 Banner mit den Namen der 16 Todesopfer und der 13 teils Schwerverletzten wurden nach dem Spiel auf dem Eis präsentiert.

29 Banner mit den Namen der 16 Todesopfer und der 13 teils Schwerverletzten wurden nach dem Spiel auf dem Eis präsentiert.

kein Anbieter/Jonathan Hayward/The Canadian Press via AP
Derek Patter, einer von zwei noch aktiven Überlebenden, umarmt den Vater eines verstorbenen Teamkollegen.

Derek Patter, einer von zwei noch aktiven Überlebenden, umarmt den Vater eines verstorbenen Teamkollegen.

kein Anbieter/Jonathan Hayward/The Canadian Press via AP

Schwerer Gang

Bis in das 5000-Einwohner-Städtchen in der kanadischen Provinz Saskatchewan aber so etwas wie Normalität einkehrt, wird es noch eine Weile dauern. Denn schon heute steht für die Broncos das Auswärtsspiel gegen die Nipawin Hawks an. Es ist das gleiche Ziel wie an jenem schicksalshaften Tag.

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