Intransparenz: Beim Reifenkauf drohen hohe Zusatzkosten
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IntransparenzBeim Reifenkauf drohen hohe Zusatzkosten

Reifenportale weisen ihre Preise nicht transparent aus. Das zeigt eine Untersuchung von Comparis.

von
R. Knecht
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Wer noch nicht so weit ist, sollte bald auf auf Winterreifen umsteigen.

Wer noch nicht so weit ist, sollte bald auf auf Winterreifen umsteigen.

Keystone/Alexandra wey
Doch Vorsicht: Wer über einen Online-Reifenshop einkauft, dem drohen hohe Zusatzkosten.

Doch Vorsicht: Wer über einen Online-Reifenshop einkauft, dem drohen hohe Zusatzkosten.

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Die grössten Verursacher für Zusatzkosten sind dabei die Montage und allenfalls die Rückgabe bei Fehlbestellungen.

Die grössten Verursacher für Zusatzkosten sind dabei die Montage und allenfalls die Rückgabe bei Fehlbestellungen.

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Spätestens seit dem Temperatursturz diese Woche ist es Zeit, die Reifen zu wechseln. Doch Vorsicht: Wer über einen Online-Reifenshop einkauft, dem drohen hohe Zusatzkosten. Der Vergleichsdienst Comparis hat zehn der grössten Onlineshops der Schweiz verglichen und festgestellt, dass die Totalkosten teils doppelt so hoch sein können wie die Reifen selbst.

Die grössten Verursacher für Zusatzkosten sind dabei die Montage und allenfalls die Rückgabe bei Fehlbestellungen. Comparis hat anhand eines Toyota Yaris ein Beispiel durchgerechnet: Vier Reifen für dieses Modell kosten online zwischen 160 und 200 Franken. Je nach Region und Montageanbieter können zusätzliche Kosten von bis zu 200 Franken resultieren – so etwa bei Reifendirekt.ch, wo die Montage 50 Franken pro Reifen kostet.

Unverlässliche Angaben online

Erschwerend kommt hinzu: Die Angaben der einzelnen Service-Partner auf den Reifenshop-Portalen sind oft unverlässlich, wie Stichproben von Comparis zeigen. Bei sieben von zehn Shops fand der Vergleichsdienst falsche oder unklare Angaben zu den Montagekosten der Partner. Zudem würden gelistete Montagepartner in manchen Fällen den Reifenmontage-Service gar nicht anbieten.

Verhaltenes Lob gibt es für Reifen-popgom.ch. Das sei der einzige Shop, der dem Käufer die Montagekosten direkt beim Kaufabschluss im Warenkorb anzeige – allerdings nur bei Partnern mit möglicher Online-Terminvereinbarung.

Anrufen statt googeln

Wegen dieser Intransparenz müssen die Kunden besonders vorsichtig sein: «Autobesitzer sollten sich noch vor dem Kaufabschluss mit den vorhandenen Montagestationen in ihrer Nähe und deren Preise auseinandersetzen», sagt Comparis-Mobilitätsexpertin Andrea Auer. Da die Preise online oft nicht stimmen, lohne sich ein Anruf beim Service-Partner.

Hohe zusätzliche Kosten drohen nebst der Montage auch beim Thema Warenrückgabe. Neun der zehn Reifenshops bieten ein Rückgaberecht. Aber nur die Portale Reifendirekt.ch und Tirendo.ch erheben keine Zusatzkosten für die Warenrückgabe. Sechs Portale verrechnen die Rücksendegebühren dem Kunden. Bei einer Fehlbestellung drohen so Kosten von bis zu 240 Franken. Das ist mehr als der Kaufpreis für einen Satz 15-Zoll-Winterreifen für den Toyota Yaris.

In Bezug auf die Kosten gilt: Je grösser der Reifen, desto grösser die Preisunterschiede der einzelnen Anbieter. Doch der Preis sollte nicht das Hauptkriterium sein: «Beim Reifenkauf im Internet sollte man sich nicht nur auf die Preise fokussieren», rät Auer. «Wichtiger ist die Qualität der Reifen. Denn diese beeinflusst enorm die Sicherheit im Strassenverkehr».

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