Andres Ambühl: Beim Schweizer kribbelts auch an der 17. WM noch
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Andres AmbühlBeim Schweizer Rekord-Hamsterer kribbelts auch an der 17. WM noch

Andres Ambühl wird in Helsinki voraussichtlich zwei WM-Rekorde brechen. Der 38-Jährige spürt noch immer das Feuer in sich. 

von
Adrian Hunziker
(aus Helsinki)

Ambühl schien vor drei Jahren gegen Italien getroffen zu haben, er erhielt jedoch nur den Assist gutgesprochen, Vincent Praplan war der Torschütze. 

SRF

Darum gehts

  • Andres Ambühl wird an der WM in Finnland zum doppelten Rekord-Mann. 

  • Richtig fassen kann das der 38-Jährige aber noch nicht. 

  • Doch das Kribbeln vor einer Partie spürt der Stürmer noch immer. 

Nein, die Rekorde beschäftigen Andres Ambühl nicht sonderlich – im Gegenteil. Es sei zwar etwas Spezielles, aber er denkt eigentlich nicht darüber nach. «Wenn ich dann aufgehört habe und zurückschaue, dann denke ich eher, wie verrückt das Ganze ist. Jetzt will ich aber einfach spielen», sagt der 38-Jährige und beweist damit, wie viel Energie noch immer in ihm steckt. 

Mit der Partie gegen Italien am Samstag (ab 15.20 Uhr live bei uns im Ticker) nimmt «Büehli» seine 17. WM in Angriff. Damit ist er alleiniger Rekordhalter und lässt den ehemaligen Nati-Captain Mathias Seger hinter sich, mit dem er sich bisher den Rekord geteilt hatte. Kommt Ambühl zudem in fünf WM-Partien zum Einsatz, hat er auch den Rekord der meisten WM-Partien überhaupt inne. Aktuell führt noch der Deutsche Udo Kiessling mit 119 Einsätzen, Ambühl steht bei 115. 

Andres Ambühl bestreitet in Helsinki seine 17. WM – das ist alleiniger Rekord!

Andres Ambühl bestreitet in Helsinki seine 17. WM – das ist alleiniger Rekord!

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Er ist froh um das Kribbeln

Obwohl Ambühl bereits 115 Mal an einer WM aufs Eis lief, kribbelts noch bei ihm. Dazu sagt der HCD-Spieler: «Es ist gut, wenn ein gewisses Kribbeln noch da ist. Nervosität im Sinne von Schlottern ist das nicht, aber ein Kribbeln, eine gewisse Anspannung und Vorfreude ist da.» Und er ergänzt: «Wenn das nicht mehr da ist, ist das das Zeichen, dass es dir egal ist. Darum bin ich froh, hab ich noch ein Kribbeln.» 

Der Routinier hilft dafür anderen, die nervös sein könnten, wie etwa den WM-Neulingen. «Aber es muss jeder seine eigenen Erfahrungen sammeln. Wenn einer Hilfe braucht, ist man aber schon da.» Er gebe seinen Rat oder seine Meinung, wenn er danach gefragt werde.  

Der Schweizer WM-Spielplan

  • Samstag, 14. Mai, 15.20 Uhr: Schweiz – Italien

  • Sonntag, 15. Mai, 19.20 Uhr: Dänemark – Schweiz

  • Dienstag, 17. Mai, 19.20 Uhr: Schweiz – Kasachstan

  • Mittwoch, 18. Mai, 19.20 Uhr: Schweiz – Slowakei

  • Samstag, 21. Mai, 15.20 Uhr: Kanada – Schweiz

  • Sonntag, 22. Mai, 19.20 Uhr: Schweiz – Frankreich (statt Russland)

  • Dienstag, 24. Mai, 11.20 Uhr: Deutschland – Schweiz

  • ev. Donnerstag, 26. Mai: Viertelfinals

  • ev. Samstag, 28. Mai: Halbfinals

  • ev. Sonntag, 29. Mai: kleiner und grosser Final

Die Ausgangslage an einer WM hat sich in den vergangenen Jahren verändert, das sieht auch Ambühl so. «Wir sind näher dran an den ganz grossen Nationen und das spürt man auch. Das Ziel ist es, so weit wie möglich zu kommen.» Er will vor Turnierbeginn aber nicht zu weit nach vorne schauen. «Zuerst geht es gegen Italien, es ist nun das Wichtigste, dass wir gut ins Turnier starten», analysiert er nüchtern. 

Ambühl gibt nach zwei Schweizer WM-Silbermedaillen – 2013 war er dabei, 2018 verpasste er verletzt – aber zu, dass das Ziel sein muss, zuoberst zu stehen. Zuerst müsse man jedoch den Weg begehen. «Wir dürfen nicht zu viel darüber nachdenken, was in zwei Wochen ist, sondern was morgen ist. Wir müssen jedes Spiel extrem ernst nehmen, man muss in jeder Partie seine Arbeit machen.» 

Auf die Frage, ob er im kommenden Jahr noch einmal an der WM teilnehmen wird, dann zum 18. Mal, sagt Ambühl mit einem Lächeln: «Beim HCD habe ich noch ein Jahr Vertrag. Machen wir mal diese Saison und dann schauen wir nächstes Jahr.» Zuzutrauen wäre es Büehli jeden Fall – sofern er das Kribbeln dann noch spürt. 

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