3 mit Sex: «Beim Sex hielt ich sein Toupet in der Hand»
Aktualisiert

3 mit Sex«Beim Sex hielt ich sein Toupet in der Hand»

Konfetti, Ballone, Knutschen: Lars freut sich auf einen One-Night-Stand. Bis es aus seinem Bett plötzlich nach Klettverschluss klingt.

von
Lars
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Lars landete nach einer Partynacht mit einer Bekanntschaft bei sich zu Hause. Der One-Night-Stand ging jedoch anders aus, als er gedacht hatte.

Lars landete nach einer Partynacht mit einer Bekanntschaft bei sich zu Hause. Der One-Night-Stand ging jedoch anders aus, als er gedacht hatte.

Anna Deér
Lars ist ein schwuler Designer aus dem Aargau. Ein WG-Mami und wilder Single, der gut mit Hammer und Nägeln kann. Insgeheim hat Lars aber genug davon, in und ausserhalb des Betts immer den aktiven Part zu übernehmen.

Lars ist ein schwuler Designer aus dem Aargau. Ein WG-Mami und wilder Single, der gut mit Hammer und Nägeln kann. Insgeheim hat Lars aber genug davon, in und ausserhalb des Betts immer den aktiven Part zu übernehmen.

Anna Deér
Bruce ist ein bekannter Musiker, gilt als heterosexuell. Wird auf der Strasse erkannt und empfängt Journalistinnen für Homestorys. Bruce datet öfter Männer als Frauen und muss aufpassen, dass ihn seine Groupies nicht ertappen.

Bruce ist ein bekannter Musiker, gilt als heterosexuell. Wird auf der Strasse erkannt und empfängt Journalistinnen für Homestorys. Bruce datet öfter Männer als Frauen und muss aufpassen, dass ihn seine Groupies nicht ertappen.

Anna Deér

Ich bin der Überzeugung, dass mein Lebensabschnitt als Single in Phasen verlaufen wird. Nach Tränen und Wut kommt die geile Zeit, die Zeit der Ablenkung. Endlich kann ich wieder mein Single-Leben geniessen. So stelle ich mir das zumindest vor. Ich denke nun an die Dinge, die mich in meiner Beziehung gestört haben. Ich musste seine Rückenhaare rasieren. Das war der Anfang vom Ende!

Ich wische die Gedanken beiseite, quetsche mich in meine engsten Jeans und los gehts. Die Party im Lokal (der Ort hat nicht die Bezeichnung Club verdient) am anderen Ende der Stadt ist nice: Luftballons fliegen zu Popmusik durch die Luft, zwischendurch regnet es Konfetti von der Decke. Die Partymeute streckt die Arme in die Luft und kreischt. Ich kenne eindeutig zu viele Leute hier.

«Willst du zu mir kommen?»

Die Gay-Community ist klein und bleibt zu sehr unter sich. «Huhuuu!», sage ich zu einer Gruppe von Bekannten aus dem Schwulensportverein und schütte mein Bier über einige von ihnen, während ich der Reihe nach Umarmungen verteile. Ein paar Songs und Konftettischauer später: Ich habe schon mehrere potenzielle Flirtpartner per Blickkontakt ausgemacht. Gleich möchte ich dem Ersten von ihnen einen Ballon zuwerfen, um so ins Gespräch zu kommen – so zumindest mein Sex-Masterplan.

«Willst du meinen Ballon haben?», kichert es in diesem Moment von hinten. Ich drehe mich um und blicke in ein freundliches Gesicht. «Ich heisse Heiko», stellt sich der Typ vor und drückt mir einen Ballon gegen die Brust. Heiko kommt aus Bayern und moderiert die Morgenshow eines regionalen Radiosenders. Er hat eine zierliche Nase, rote Backen und mittellanges Haar. Sein Körper ist anschmiegsam beim Tanzen. Sein Dreitagebart kitzelt beim Küssen. «Ich bin nur noch bis morgen hier in der Schweiz», sagt er mit erwartungsvollem, herausforderndem Blick. Die Signale sind unmissverständlich. «Willst du zu mir kommen?», frage ich.

Per App miete ich uns einen Elektro-Scooter, auf dem wir zu zweit in meine WG fahren. Aus Bruce' Zimmer klingen dumpfe Geräusche. Ich ahne, dass auch er Männerbesuch hat. Ella scheint ausgeflogen zu sein.

Der Stimmungskiller

Nach einer Schüssel Cornflakes mit der schnöden Veganermilch von Bruce liegen wir in meinem Bett und knutschen. «Ich frage mich immer, ob Glitzer das Risiko einer Ansteckung mit dem HI-Virus erhöht, da die kleinen Partikel beim Sex vielleicht mikroskopische Wunden verursachen können», brummt Heiko. Ich ziehe mir schnell ein Kondom über. Seine tiefe Moderatorenstimme macht mich an.

Die Fummelei wird wilder. Ich fahre mit meinen Händen Heikos Körper entlang vom Bauch bis zum Haaransatz, wo ich etwas zupacke. «Rrratsch!» Es klingt, als ob jemand den Klettverschluss seiner Turnschuhe geöffnet hätte. Heiko vergräbt sein Gesicht in den Händen und wimmert: «Jetzt ist alles aus!» Währenddessen blicke ich ratlos auf das Toupet in meinen Händen. An der Unterseite des Toupets wird das Licht der Nachttischlampe in den Leimrückständen reflektiert.

Ich merke, wie mein Penis schlaff wird, und nehme Heiko in den Arm, streichle ihn. «Möchtest du ins Bad, deine Haare richten?», frage ich ihn ruhig. Nachdem Heiko sich die Haare wieder angeklebt hat, kuscheln wir. Am nächsten Tag sendet er mir eine Whatsapp-Nachricht: «Wäre gut, wenn gewisse Dinge zwischen uns bleiben würden.»

(20 Minuten)

Drei mit Sex

Ella, Lars und Bruce heissen in Wirklichkeit gar nicht so und auch einige Angaben sind geändert. Wahr ist aber, dass sie leidenschaftlich gerne durch die Keller und Clubs der besten Stadt dieses Landes tanzen. Die drei Singles lieben Techno, Rührei und die stabilen Betten ihrer WG. Und sie wissen: Falls sie sich je zu dritt darin vergnügen, ist das das Ende von allem – oder der Beginn von etwas noch Grösserem. 20 Minuten erzählen sie exklusiv von ihren Abenteuern.

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