Beim Sterben nachgeholfen - US-Klinikpersonal angeklagt
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Beim Sterben nachgeholfen - US-Klinikpersonal angeklagt

In Zusammenhang mit dem Tod von mehr als 30 Krankenhauspatienten während des Hurrikans Katrina sind im US-Staat Louisiana eine Ärztin und zwei Krankenschwestern festgenommen worden.

In New Orleans sind drei Spitalangestellte wegen Mordes an vier Patienten in der Zeit nach dem verheerenden Hurrikan Katrina angeklagt worden. Der Vorwurf richtet sich gegen eine Ärztin und zwei Schwestern.

Die drei Angeklagten arbeiteten in der Memorial Klinik, teilte das Büro des Generalstaatsanwaltes am Dienstag mit. Die Verdächtigen seien am späten Montagabend festgenommen worden. Später wurden sie gegen Kaution auf freien Fuss gesetzt.

Ihnen wird vorgeworfen, den Patienten tödliche Dosen des Schmerzmittels Morphium und des Schlafmittels Midazolam verabreicht zu haben, wie die Staatsanwaltschaft weiter mitteilte. Möglicherweise hatten sie den Kranken in dem nach der Katastrophe überlasteten Spital keine Überlebenschance eingeräumt.

Die Betreuungsorganisation LifeCare hatte die Etage, auf der die getöteten Patienten untergebracht waren, gemietet. Mitarbeiter der Organisation hatten später von Plänen berichtet, wonach kein Patient lebend auf der Etage zurückgelassen werden sollte. In dem Spital waren nach der Evakuierung 45 Leichen entdeckt worden.

Hurrikan Katrina war Ende August 2005 über New Orleans hinweggefegt. Danach herrschten chaotische Zustände in der Südstaaten-Stadt. Nach Angaben von Augenzeugen stiegen die Temperaturen in dem betroffenen Spital auf knapp 40 Grad.

Zudem sei das Abwassersystem zusammengebrochen. Angesichts dieser und ähnlicher Zustände starben in dem Hurrikan-Gebiet in der Zeit nach Katrina insgesamt mehr als 200 Patienten in Spitälern und Pflegeheimen. Daraufhin wurden verschiedene Ermittlungen eingeleitet. (sda)

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