Beipack-Zettel sorgen für rauchende Köpfe
Aktualisiert

Beipack-Zettel sorgen für rauchende Köpfe

Philip Morris versieht seine Zigi-Päckli sporadisch mit Beipackzetteln – wie bei Medikamenten. «Stop!» fordert der Konsumentenschutz.

Seit Mitte 2003 sind die Beipackzettel auf einzelnen Päckli von Marlboro und anderen Philip-Morris-Marken zu finden. Im ausführlichen Text heisst es etwa: «Rauchen verursacht zahlreiche schwere und tödliche Krankheiten.» Die Zettel werden alle paar Monate beigelegt: «Jeder Durchschnittsraucher sollte ab und zu einen zu Gesicht bekommen. Wir warnen die Leute freiwillig vor den Gefahren des Rauchens», sagt Philip-Morris-Sprecher Marc Fritsch.

Für Konsumentenschützerin Jacqueline Bachmann ist die Aktion verwerflich: «Das ist völlig scheinheilig – eine verdeckte Imagekampagne. Eigentlich interessieren sich die Zigarettenhersteller nur für ihren Umsatz.» Perfid findet Bachmann, dass der Beipackzettel «subtil an ein Heilmittel erinnert». Sie fordert Philip Morris auf, die Aktion einzustellen.

Auch beim Bundesamt für Gesundheit ist man über die Zettel nicht erfreut: «Prävention ist Aufgabe von unabhängigen Stellen. Die Tabakindustrie ist nicht glaubwürdig», so eine Sprecherin.

Bernhard Brechbühl

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