27.06.2014 21:26

Adidas und 888pokerBeisser Suárez verliert Werbedeals

Luis Suárez verliert nach seiner Beissattacke Werbedeals mit 888poker und Adidas. Der Uruguayer reiht sich damit in eine prominente Liste von Sportlern mit demselben Schicksal ein.

von
ame

Der Wirbel um Luis Suárez geht in die nächste Runde. Nachdem der Topstürmer von der Fifa wegen seines Bisses mit einer Rekordstrafe belegt worden ist, nehmen nun auch die Sponsoren Abstand vom Uruguayer. So zieht der Sportartikelhersteller Adidas eine Werbeanzeige mit Suárez zurück, die ihn mit aufgerissenem Mund und gefletschten Zähnen zeigt. Ausserdem plant Adidas, während der WM auf weitere Marketingaktivitäten mit Suárez zu verzichten.

«Adidas duldet Luis Suárez' Verhalten nicht und wird ihn daran erinnern, welche hohen Standards wir von unseren Spielern erwarten», sagt Adidas-Sprecher Michael Ehrlich zu «forbes.com». Trotzdem hält das Unternehmen an Liverpools Toptorjäger fest. «Der bestehende Vertrag bleibt derzeit unverändert», zitiert «Wallstreet Journal Deutschland» eine weitere Adidas-Specherin.

Pokerfirma beendet Zusammenarbeit

Weniger tolerant zeigt sich das Unternehmen 888poker, das erst Mitte Mai dieses Jahres einen Werbevertrag mit dem 27-jährigen Stürmer einging. Der Betreiber von virtuellen Poker-Rooms in zahlreichen Ländern wirft Suárez mit sofortiger Wirkung raus. Der Grund: Man toleriere kein unsportliches Verhalten von seinen Markenbotschaftern, schreibt 888poker in einer Stellungnahme.

Finanziell dürfte dies den Südamerikaner nicht allzu stark treffen. Im letzten Jahr verdiente Suárez bei Liverpool laut Forbes 11,6 Millionen Franken - Klubrekord bei den Reds. Dazu kommen rund 3,6 Millionen an Werbegeldern. Damit schafft es Suárez auf Platz 20 der bestbezahlten Fussballer der Welt. Und sollten sich die Wechselgerüchte um den Toptorjäger im Sommer bestätigen - der FC Barcelona und Real Madrid sollen rund 90 Millionen Franken für seine Dienste bieten -, dürfte er sich wohl über einen noch höheren Zahltag freuen.

Schauen Sie nach in der Bildstrecke, welche Sportler ebenfalls aufgrund von Skandalen ihre Sponsoren verloren haben.

Suarez soll in «Behandlung»

Sowohl die Spielerunion, wie auch ein hoher Fifa-Vertreter sind der Meinung, dass Suarez Hilfe braucht.

Fifa Generalsekretär Jerome Valcke sagte im Nachspiel zu der Beissattacke: «Ich denke, er sollte einen Weg finden, damit aufzuhören er sollte sich in Behandlung begeben», sagte er gemäss der Nachrichtenagentur AP.

Auch die Spielerunion FIFPro äussert sich in eine ähnliche Richtung, kritisiert aber auch die verhängte Sanktion von neun Spielsperren und einem viermonatigen Berufsverbot. Diese verletze sein Recht zu arbeiten und bietet ihm nicht die Behandlung, die er braucht: «Luis Suarez sollte alle Hilfe erhalten, die er für Probleme neben dem Feld haben mag Behandlung muss Teil jeder Sanktion sein.»

Weder Valcke noch FIFPro definierten genauer, wie diese Behandlung aussehen sollte. (pwe)

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