Aktualisiert 30.05.2006 20:25

Beizen-Sheriffs sollen in der Stadt für Nachtruhe sorgen

Thuner Beizer stellen gemeinsam einen Ordnungsdienst auf die Beine. In Bern könnte dieses Beispiel Schule machen.

Ab nächstem Wochenende werden zwei Beizen-Sheriffs in Thun patrouillieren. Zwar haben sie keine Sonderrechte, aber: «Allein durch ihre Präsenz in Securitas-Uniformen erhoffen wir uns weniger Nachtlärm», sagt Gemeinderat Heinz Leuenberger.

Finanziert wird der bis Oktober dauernde Versuch von 17 Lokalen, die eine Überzeitbewilligung haben. Je nach Grösse bezahlen sie dafür zwischen 230 und 310 Franken im Monat. Leichten Druck habe es gebraucht, räumt Leuenberger ein: «Die Beizer hätten sonst damit rechnen müssen, dass man sich fragt, ob sie wirklich so lange offenhalten müssen.»

Auch in der Berner Altstadt ist der Nachtlärm ein Dauerthema. Mitte Juni stimmt der Stadtrat nochmals über die neue Bauordnung ab. Diese sieht vor, dass eine neue Überzeitbewilligung nur noch erteilt wird, falls einer der 16 Betriebe mit bestehender Bewilligung schliesst.

Die Thuner Lösung findet Marc Heeb von der Berner Gewerbepolizei «eine gute Idee, die wir sicher unterstützen würden». Magnus Bearth von der Altstadt-Bar Les Amis sieht aber keinen Handlungsbedarf: «Seit wir einen Türsteher haben, gibt es keine Lärmklagen mehr.»

Patrick Marbach

Seespiele in Zimmerlautstärke

Auch die Anwohner der Thuner Seespiele müssen diesen Sommer weniger Lärm ertragen. Der Gemeinderat hat einschneidende Auflagen für das Musical «Elisabeth» erlassen. Die Schallpegelgrenze wird auf 83 dB(A) festgelegt – ein Wert, der mancherorts fast durch Verkehrslärm erreicht wird.

Neben den 33 Auffüh-rungen dürfen höchstens noch vier Abendproben stattfinden. Spätestens ab 22.30 Uhr soll Ruhe herrschen.

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