Trauriger Rekord: Beizen sind die grösste Beute des Pleitegeiers
Aktualisiert

Trauriger RekordBeizen sind die grösste Beute des Pleitegeiers

So viele Firmen wie von Januar bis Oktober 2010 sind in der Schweiz noch nie Konkurs gegangen. Besonders anfällig für Pleiten ist das Gastgewerbe.

Die Zahl der Firmenkonkurse nahm in der Schweiz gegenüber dem Vorjahr um 24 Prozent zu, teilt der Wirtschaftsauskunftsdienst Dun&Bradstreet (D&B) am Dienstag mit. Nicht weniger als 5018 Firmen mussten den Laden unfreiwillig dichtmachen, was einen neuen Rekord darstellt. Bis Ende Jahr rechnet die Auskunftei mit über 6200 Firmenpleiten. Das wären ein Viertel mehr als 2009. Das grösste Pleiterisiko haben Gastwirte, Personalvermittler und Handwerker.

Im Gastgewerbe ist das Konkursrisiko fast zweieinhalb mal höher als im Schweizer Durchschnittsunternehmen. Die geringste Gefährdung besteht für Immobilienmakler und -verwaltungen, Architekturbüros sowie den Maschinenbau.

Geringer Anstieg in Zürich

Die grösste relative Zunahme von Konkursen gab es bis Ende Oktober in der Region Espace Mittelland (37 Prozent), in der Ostschweiz (31) und in der Zentralschweiz (23). Den geringsten Anstieg verzeichneten die Nordwestschweiz (16 Prozent), das Tessin (17) und Zürich (18).

In den Kantonen mit mehr als zehn Konkursfällen gab es die grösste prozentuale Zunahme wegen Insolvenzen in Neuenburg (84 Prozent), Schaffhausen (41) und Appenzell Ausserrhoden (36). Weniger Konkurse als im Vorjahr verzeichneten Solothurn (-18 Prozent), Thurgau (-16), Basel Stadt (-11), Zug (-8) und Graubünden (-6).

Zunahme der Firmengründungen

72 Prozent der Konkurse gingen nach D&B-Angaben auf Insolvenz zurück. Die übrigen 28 Prozent gehen auf das Konto eines seit 2008 geltenden Obligationenrecht-Artikels, wonach Firmen aufgrund von Organisationsmängeln (Karteileichen) Konkurs gehen können. Gegenüber dem Vorjahr registrierte D&B bei diesen Konkursen ein Wachstum von 80 Prozent.

Den Löschungen gegenüber stehen die neuen Einträge ins Handelsregister. Bis Ende Oktober gab es davon im laufenden Jahr 30 353 oder 6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Abzüglich der Konkurse waren 9536 Firmen mehr im Register eingetragen. Bis zum Jahresende erwarten die Experten von D&B einen Zuwachs um 11 700 Firmen.

(sda)

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