Aktualisiert 01.06.2010 08:03

Liestal BLBeizer leiden unter Rauchverbot

Seit einem Monat gilt das Rauchverbot. Die Feierabendbierchen fliessen nicht mehr wie früher. Ländlichen Wirten macht das zu schaffen.

von
Anna Luethi
Starke Einbussen: Wirt Urs Fleury vom Restaurant Törli in Laufen. (Bild: lua)

Starke Einbussen: Wirt Urs Fleury vom Restaurant Törli in Laufen. (Bild: lua)

«Wenn es so weitergeht, ist es verheerend», sagt Urs Fleury. Seit am 1. Mai das Rauchverbot eingeführt wurde, leidet der Wirt des Restaurants Törli in Laufen unter starken Einbussen. «Die Stammgäste bleiben nur noch für eine Stange am Feierabend, mehr Nichtraucher kommen jetzt auch nicht», sagt er. Sein Empfinden bestätige sich auch in Gesprächen mit Kollegen. Beizer André Glaser vom Restaurant Rössli in Reinach merkt auch, dass viele Raucher erst gar nicht mehr kommen. «Es ist niemand ganz glücklich mit der Situation», so Glaser. Er überlegt sich, Geld in ein Raucherzimmer zu investieren: «Aber ob sich das wirklich lohnt, bezweifle ich.» Andere Wirte sagen, dass Gejammere sei nur eine faule Ausrede. So etwa Peter Staub vom Restaurant Waldgrotte in Buus: «Wir haben schon seit vier Jahren Rauchverbot. Es sind einfach etwas andere Gäste, die mehr Wein, dafür weniger Bier konsumieren», sagt er.

Laut Baselbieter Polizei verlief das Verbot bislang «absolut ruhig»: Lärmklagen oder Mahnungen wegen renitenten Rauchern gab es laut Sprecher Rolf Wirz noch keine. Laut dem Wirteverband Gastro Baselland ist es für eine Bilanz noch zu früh. Um den Puls bei den Beizern zu fühlen, will der Verband jedoch im Herbst eine Umfrage starten.

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