Bern und Zug : Beizer streiken gegen Corona-Massnahmen
Publiziert

Bern und Zug Beizer streiken gegen Corona-Massnahmen

Die Sperrstunde um 19 Uhr trifft die Gastro-Branche hart. Am Samstag protestierten über hundert Demonstranten in Bern und Zug dagegen.

Darum gehts

  • Die Gastro-Branche wird von den neuen Corona-Massnahmen mit Sperrstunde 19 Uhr besonders hart getroffen.

  • Nun formiert sich Widerstand: In Zug und Bern protestieren die Wirte.

  • «Wir sind gegen das Wirrwarr aus ständig ändernden Regeln», sagt der Zuger Mitorganisator Pirmin Ulrich.

  • In Bern protestierten über hundert Gastronomen.

Mit den neuen Massnahmen und vor allem der Sperrstunde um 19 Uhr zog der Bundesrat gestern die Kritik von Gastronomen auf sich. Nun gehen die Beizer auch auf die Strasse: In Bern versammelten sich am Samstagnachmittag weit über hundert Restaurant-Betreiber und zogen in Gruppen von 50 Personen auf verschiedene Plätze der Stadt.

In einem offenen Brief des Kollektivs «Gastrostreik Bern» heisst es, die Behörden sollten die Restaurants entweder ganz schliessen und fair entschädigen – oder aber «sinnvolle Massnahmen definieren, die ein anständiges Arbeiten zulassen». Zudem fordert das Kollektiv 100 Prozent Kurzarbeitsentschädigung für Löhne unter 4000 Franken. Die Gastronomie sei eine Tieflohn-Branche: «80 Prozent sichern die Existenzen unserer Mitarbeitenden nicht.»

1 / 11
Vielen Wirten reichts: Sie kritisieren die neuen Massnahmen mit der Sperrstunde 19 Uhr scharf.  In Bern gingen deshalb am Samstag weit über 100 Gastronomen auf die Strasse.  In einem offenen Brief des Kollektivs «Gastrostreik Bern» heisst es, die Behörden sollten die Restaurants entweder ganz schliessen und fair entschädigen – oder aber «sinnvolle Massnahmen definieren, die ein anständiges Arbeiten zulassen». Auch im Kanton Zug protestieren Wirte am Samstag gegen die neuen Corona-Massnahmen.

Vielen Wirten reichts: Sie kritisieren die neuen Massnahmen mit der Sperrstunde 19 Uhr scharf. In Bern gingen deshalb am Samstag weit über 100 Gastronomen auf die Strasse. In einem offenen Brief des Kollektivs «Gastrostreik Bern» heisst es, die Behörden sollten die Restaurants entweder ganz schliessen und fair entschädigen – oder aber «sinnvolle Massnahmen definieren, die ein anständiges Arbeiten zulassen». Auch im Kanton Zug protestieren Wirte am Samstag gegen die neuen Corona-Massnahmen.

privat
12 Lokale aus Baar und Zug blieben den ganzen Tag geschlossen.

12 Lokale aus Baar und Zug blieben den ganzen Tag geschlossen.

privat
«Es ist cool, wie alle an einem Strang ziehen», sagt Pirmin Ulrich aus Baar (rechts).

«Es ist cool, wie alle an einem Strang ziehen», sagt Pirmin Ulrich aus Baar (rechts).

privat

Gegen das «Wirrwarr»

Auch im Kanton Zug protestierten Wirte am Samstag gegen die neuen Corona-Massnahmen: 12 Lokale aus Baar und Zug blieben den ganzen Tag geschlossen. «Es ist cool, wie alle an einem Strang ziehen», sagt Pirmin Ulrich aus Baar. Er hat den Gastro-Streik zusammen mit Roberto Branca (Bild) und Ramon Nietlispach organisiert. Sie sind wütend auf die Behörden: «Wir sind gegen das Wirrwarr aus ständig ändernden Regeln», sagt Ulrich, der eine Beiz in Baar betreibt. «Es sollen die gleichen Bedingungen für alle gelten.» Ein Restaurant nur bis 19 Uhr öffnen, das mache für einen Beizer keinen Sinn. «Gleichzeitig hört man etwa aus Obwalden, dass dort Sperrstunde erst um 22 Uhr ist.»

Trotz seiner Enttäuschung über die Behörden schaue er nach vorne, so Ulrich: «Man darf die Hoffnung nicht verlieren.» Bald biete er wieder Essen zum Mitnehmen an, zudem wolle er einen Glühweinstand eröffnen: «So will ich versuchen, die Leute zu mobilisieren.»

Hast du oder jemand, den du kennst, Mühe mit der Coronazeit?

Hier findest du Hilfe:

BAG-Infoline Coronavirus, Tel. 058 463 00 00

Dureschnufe.ch, Plattform für psychische Gesundheit rund um Corona

Branchenhilfe.ch, Ratgeber für betroffene Wirtschaftszweige

Pro Juventute, Tel. 147

(nk/sda)

Deine Meinung