Chef von umstrittener Datenfirma - Bekannter US-Milliardär zieht an den Zürichsee
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Chef von umstrittener DatenfirmaBekannter US-Milliardär zieht an den Zürichsee

Der Amerikaner Alex Karp hat sich in Freienbach im Kanton Schwyz ein Haus gekauft. Seine Firma Palantir, die in der Vergangenheit immer wieder in der Kritik stand, baute erst vor einem Jahr ihren Standort in Altendorf auf.

von
Benedikt Hollenstein
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Zu seinem Vermögen kam Alex Karp mit seiner Firma Palantir.

Zu seinem Vermögen kam Alex Karp mit seiner Firma Palantir.

REUTERS
Er zieht nach Freienbach SZ.

Er zieht nach Freienbach SZ.

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Darum gehts

  • Alex Karp ist Mitbegründer und Chef der Firma Palantir und verfügt über ein Privatvermögen von 2,3 Milliarden Dollar.

  • Nun hat sich der 54-Jährige ein Haus unweit des Firmenstandorts in Altendorf am Zürichsee gekauft.

  • Die Firma Palantir hat sich auf das Verarbeiten von enormen Datenmengen konzentriert und stand in der Vergangenheit wiederholt in der Kritik.

Im vergangenen Februar wurde bekannt, dass der amerikanische Datenkonzern Palantir Technologies in Altendorf im Kanton Schwyz seine Europazentrale aufbaut. Das sorgte für Aufsehen, denn Palantir ist ein Unternehmen, das aufgrund seines Geschäftsmodells und der Verschwiegenheit von manchen Medien kritisch begleitet wird.

2,3 Milliarden Vermögen

Mit Alexander Karp zieht nun auch der Chef und Gründer der Firma in die Schweiz. Dies kündigt ein Eintrag im Amtsblatt des Kantons Schwyz an. Der 54-Jährige hat sich ein Haus in der Gemeinde Freienbach gekauft. Das Wirtschaftsmagazin «Forbes» schätzt sein Privatvermögen auf 2,3 Milliarden Franken.

Das Wohnhaus befindet sich im Ortsteil Hurden, einer kleinen Insel vor dem Seedamm von Rapperswil, und wurde von Karp am 29. September 2021 gekauft, wie die Zeitungen von CH Media berichten. Während sich die Gemeinde Freienbach und der Kanton Schwyz über einen reichen neuen Steuerzahler freuen dürfen, profitiert Karp nur sehr beschränkt vom tiefen Schwyzer Steuersatz: Als Bürger der USA muss er auch aus dem Ausland Steuern auf sein Vermögen bezahlen.

Palantir in der Kritik

Ganz zufällig war die Auswahl des Wohnsitzes wohl nicht. Anfang Februar 2020 wurde bekannt, dass Palantir in Altendorf ihren Europastandort aufbauen will. Mittlerweile arbeiten dort rund 40 Software-Ingenieure und -Ingenieurinnen für das Unternehmen. Palantir bietet Produkte für die Datenanalyse an und vertreibt diese an Privatpersonen, aber auch an Regierungen, Polizeibehörden und Geheimdienste.

Schon bei der Gründung im Jahr 2004 war der amerikanische Auslandsgeheimdienst CIA von Anfang an beteiligt. Seither wurden gegen das Unternehmen immer wieder Vorwürfe laut, so zum Beispiel, dass die Trump-Administration Software des Unternehmens dazu verwendete, illegale Ausländer und Ausländerinnen in den USA aufzuspüren. Auch die Credit Suisse sah sich in der Vergangenheit mit dem Vorwurf konfrontiert, mit Software des US-Unternehmens ihre Mitarbeitenden auszuspionieren.

Investitionen trotz konstantem Verlust

Karp äusserte in vergangenen Interviews Verständnis für die Vorwürfe, wies aber auch darauf hin, dass durch Software von Palantir in der Vergangenheit auch schon mehrere Terroranschläge verhindert werden konnten. Das Unternehmen hat bisher noch nie einen Gewinn erzielt, letztes Jahr belief sich der Verlust auf 1,2 Milliarden Dollar. Trotzdem glauben die Investoren anscheinend weiterhin an Palantir und unterstützen das Unternehmen mit regelmässigen Finanzspritzen.

Ein Grund für den Umzug Karps in die Schweiz dürfte dessen Leidenschaft für Langlauf sein. Ob der Milliardär ein waschechter Schwyzer wird, ist aber fraglich. Gemäss einem Wirtschaftsexperten, der mit Palantir vertraut ist, ist Karp ein rastloser Geist, der seinen Wohnort schnell wechseln könne.

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