Zürcher Obergericht: Bekennender Pädosexueller bleibt verwahrt
Aktualisiert

Zürcher ObergerichtBekennender Pädosexueller bleibt verwahrt

Beat Meier hatte seine Stiefsöhne massiv sexuell missbraucht. Seit 1993 sitzt er deswegen im Gefängnis und bleibt auch weiterhin dort.

Anfang der 90er-Jahre hatte Meier eine Frau aus der DDR geheiratet und ihre zwei Söhne im damaligen Alter von sieben und zehn Jahren massiv sexuell missbraucht. Im Frühjahr 1993 wurde er in Frankreich verhaftet und an die Schweiz ausgeliefert. Seither sitzt er im Gefängnis.

Das Zürcher Obergericht verurteilte ihn wegen sexuellen Handlungen mit Kindern sowie mehrfacher sexueller Nötigung zu einer mehrjährigen Zuchthausstrafe. Die Sanktion wurde jedoch aufgrund der tief verwurzelten Pädophilie Meiers zugunsten einer Verwahrung aufgeschoben.

Selbstkritik fehlt

Die Verteidigung beantragt nun, die Verwahrung aufzuheben und eine ambulante Psychotherapie anzuordnen. Die III. Strafkammer des Obergerichts verneinte in ihrem am Mittwoch eröffneten Beschluss eine besonders ausgepräge Massnahmewilligkeit Meiers. Die Richter verwiesen auch auf das Sicherheitsbedürfnis der Öffentlichkeit.

Bei den bisherigen Therapieversuchen sei es Meier in erster Linie darum gegangen, den Tod seines Vaters zu verarbeiten, über seine Biographie zu sprechen und sich über die seiner Ansicht nach ungerechtfertigte Inhaftierung zu beschweren, heisst es in der schriftlichen Begründung. Eine selbstkritische Auseinandersetzung mit den eigenen pädophilen und pädosexuellen Tendenzen fehle.

Meier hatte Ende der 1980er-Jahre als überzeugter Anhänger von sexuellen Handlungen mit Kindern die Gemüter erhitzt. Er war auch führendes Mitglied der Schweizerischen Arbeitsgemeinschaft für Pädophilie (SAP), einer Organisation mit dem Ziel, Pädophilie gesellschaftsfähig zu machen.

(sda)

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