Aktualisiert 06.07.2012 17:26

Schiesserei in Oensingen

Bekim B. wollte Armeewaffe nicht abgeben

Nach dem blutigen Streit von Oensingen findet die Polizei beim mutmasslichen Täter Bekim B. eine Armeewaffe. Die hätte er schon lange abgeben müssen.

von
meg

Zyrafete B. hat ihren Mann und ihren Sohn verloren. Die beiden wurden am Donnerstagabend vor der eigenen Haustüre erschossen. Dringend tatverdächtig: Bekim B. und dessen Vater.

Die beiden Männer liessen sich nach der Tat widerstandslos festnehmen, nachdem sich einer der beiden telefonisch bei der Polizei gemeldet hatte. Bei der darauf folgenden Hausdurchsuchung wurden zwei Tatwaffen sichergestellt. Unter anderem handelt es sich dabei um ein Sturmgewehr 90, welches Bekim B. zugeordnet werden kann. Pikant: Bekim B. ist seit dem 20. Februar nicht mehr in der Armee, er wurde auf eigenen Wunsch in den Zivildienst umgeteilt.

Einer Mitte April erfolgten Aufforderung, die militärische Ausrüstung abzugeben, hat Bekim nicht Folge geleistet. Am 24. Mai schickte ihm das Militär deshalb eine eingeschriebene Mahnung mit einer letzten Frist zur Rückgabe bis zum 13. Juni. Doch nichts geschah. In der kommenden Woche wäre die Verfügung des Chefs Logistikbasis der Armee zur Rücknahme erfolgt, teilt das Eidgenössische Departement für Verteidigung mit. Dem mutmasslichen Täter sei von der Armee jedoch nie Taschenmunition ausgehändigt worden.

Die zweite Tatwaffe, die ebenfalls bei der Hausdurchsuchung sichergestellt werden konnte, ist eine Faustfeuerwaffe, die nach heutigem Ermittlungsstand illegal im Besitz der Familie B war. Dies teilte die Kantonspolizei Solothurn mit.

Laut Informationen verschiedener Nachbarn waren die mutmasslichen Täter nie gut auf ihren Schwiegersohn respektive Schwager Perparim B. zu sprechen gewesen. Zur Hochzeit mit Shqipe B. sei es nur unter Druck gekommen. Mehrere Male habe der Vater gedroht, seine Tochter «nach Hause» zu holen.

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