Medikamentenengpass: «Bekomme ich mein Medikament nicht, werde ich Horrornächte erleben»

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Medikamentenengpass«Bekomme ich mein Medikament nicht, werde ich Horrornächte erleben»

In der Schweiz wird die Liste mit fehlenden Arzneimitteln immer länger. Darunter leidet auch die 20-Minuten-Community. Zwei Menschen erzählen. 

von
Marino Walser
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Laut der Liste der aktuellen Versorgungsengpässe des Bundesamts für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL) werden derzeit elf Medikamente aus den Pflichtlagern bezogen. Diverse weitere Medikamente sind derzeit nicht lieferbar, es muss auf Alternativen ausgewichen werden.

Laut der Liste der aktuellen Versorgungsengpässe des Bundesamts für wirtschaftliche Landesversorgung (BWL) werden derzeit elf Medikamente aus den Pflichtlagern bezogen. Diverse weitere Medikamente sind derzeit nicht lieferbar, es muss auf Alternativen ausgewichen werden.

20min/Michael Scherrer
Deshalb sind auch in den Apotheken teils Medikamente nicht oder nur sehr erschwert verfügbar. 

Deshalb sind auch in den Apotheken teils Medikamente nicht oder nur sehr erschwert verfügbar. 

20min/Taddeo Cerletti
Problematisch wird es vor allem dann, wenn ein Ausfall einen sofort spürbaren Effekt habe, sagt Enea Martinelli, Vizepräsident von Pharmasuisse. So zum Beispiel bei Diabetesmedikamenten. Auch U. S. aus dem Kanton Solothurn benötigt ein Medikament gegen Diabetes. Sich macht sich Sorgen über den Medikamentenengpass.

Problematisch wird es vor allem dann, wenn ein Ausfall einen sofort spürbaren Effekt habe, sagt Enea Martinelli, Vizepräsident von Pharmasuisse. So zum Beispiel bei Diabetesmedikamenten. Auch U. S. aus dem Kanton Solothurn benötigt ein Medikament gegen Diabetes. Sich macht sich Sorgen über den Medikamentenengpass.

Tamedia AG

Darum gehts

Der Medikamentenengpass in der Schweiz spitzt sich zu. Darüber machen sich nicht nur Personen sorgen, die auf ein Medikament angewiesen sind, auch Ärzte und Branchenkenner zeigen sich besorgt. Für die Patientinnen und Patienten sei die Gefahr dort am grössten, wo ein Ausfall einen sofort spürbaren Effekt habe. «Das sind unter anderem Antiepileptika, Medikamente gegen Parkinson, Herz- und Diabetesmedikamente sowie Medikamente in der Psychiatrie», sagt Enea Martinelli, Vizepräsident Pharmasuisse, dem Verband der Krankenversicherer.

Dies spürt auch die 20-Minuten-Community. Gleich auf Anhieb das benötigte Medikament zu bekommen, wird zunehmend schwieriger. Zwei Betroffene erzählen. 

U. S. aus dem Kanton Solothurn

Ich injiziere mir jede Woche Ozempic gegen mein Diabetes. Dafür kaufe ich jeweils Monatspackungen. Vor ein oder zwei Monaten ging ich in die Apotheke, um mir erneut eine Monatspackung zu kaufen. Jedoch war es nicht erhältlich. Auf Nachfrage sagte mir die Apothekerin, dass es bald wieder erhältlich sein werde. Als ich vor zwei Wochen erneut eine Packung des Medikaments kaufen wollte, war es noch immer nicht erhältlich. In einer anderen Apotheke wurde ich dann fündig. Da ist mir ein Stein vom Herzen gefallen. Auch meine Hausärztin sagte mir, dass sie mir dieses Medikament im Moment nicht aushändigen könne, da keines vorhanden sei. Da ich nicht auf ein anderes Medikament umsteigen kann, bereitet mir der Engpass besonders Sorge.

Claire G. aus dem Kanton Luzern

Ich muss mehrere Medikamente aus mehreren Gründen einnehmen. Unter anderem auch Blutdrucksenker. Bereits zwei Mal wollte ich dieses Medikament in einer Apotheke kaufen, doch es ist über Wochen schon ausverkauft. Mir blieb nichts anderes übrig, als auf ein Ersatzmedikament umzusteigen. Das ging eigentlich ganz gut. Nur: Am Anfang hat das Vertrauen ganz schön darunter gelitten, weil es ein neues, mir nicht bekanntes Produkt war. Die Situation rund um den Medikamentenmangel beunruhigt mich sehr. Denn für mein Restless-Leg-Syndrom gibt es beispielsweise nur ein Medikament. Bekomme ich dieses nicht, erlebe ich Horror-Nächte.

Bereitet dir der zunehmende Medikamentenengpass Sorge?

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