13.06.2017 19:26

SpurensucheBekommt Neuseeland sein Weltwunder zurück?

Das Naturwunder war pink und überaus eindrucksvoll – bis ein Vulkanausbruch es begrub. Doch nun könnte es wieder zum Vorschein kommen.

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Wer heute die Region Bay of Plenty in Neuseeland besucht, ahnt kaum, dass es in früheren Zeiten nicht die zahlreichen Strände waren, die die Touristen anzogen, ...

Wer heute die Region Bay of Plenty in Neuseeland besucht, ahnt kaum, dass es in früheren Zeiten nicht die zahlreichen Strände waren, die die Touristen anzogen, ...

Wikimedia Commons/Phillip Capper/CC BY 2.0
... sondern die «Pink and White Terraces», eine imposante Terassenformation aus rosafarbenen und weissen Stufen beim Lake Rotomahana. (Aufnahme aus dem Jahr 1880)

... sondern die «Pink and White Terraces», eine imposante Terassenformation aus rosafarbenen und weissen Stufen beim Lake Rotomahana. (Aufnahme aus dem Jahr 1880)

/General Photographic Agency
Die «White Terraces» waren die grössere und schönere Formation. Schätzungen zufolge bedeckten die knapp 30 Meter hohen Terrassen eine Fläche von rund drei Hektar.

Die «White Terraces» waren die grössere und schönere Formation. Schätzungen zufolge bedeckten die knapp 30 Meter hohen Terrassen eine Fläche von rund drei Hektar.

Wikimedia Commons/PD

Sie wurden als das achte Weltnaturwunder bezeichnet: Bis zum späten 19. Jahrhundert zogen die «Pink and White Terraces» (siehe Box) in der Region Bay of Plenty in Neuseeland Touristen aus aller Welt an. Doch dann setzte ein Vulkanausbruch dem Ganzen ein Ende.

Der nahe gelegene Mount Tarawera brach am 10. Juni 1886 gegen drei Uhr aus und begrub die Terrassen unter Tonnen von Asche, Lava und Schlamm. Zudem entstand ein tiefer Krater, der einen See erweiterte und das gesamte Gebiet der Terrassen im Wasser versinken liess.

Viele Studien, viele Ergebnisse

Die berühmte Terrassenformation schien für immer verloren zu sein: Ihr genauer Standort war nicht mehr auszumachen. Die Gelehrten gingen lange davon aus, dass das Naturwunder damals zerstört worden sei.

Dennoch wurde weiter geforscht: 2011 berichteten Wissenschaftler um Cornel de Ronde vom neuseeländischen Institute of Geological and Nuclear Sciences (GNS Sciences), dass sie die verschollenen Terrassen in einer Tiefe von rund 60 Metern geortet hätten.

Ein anderes Team der GNS Sciences kam 2014 zum Schluss, dass der Grossteil der Terrassen zerstört worden sei und sich nur noch Reste am Boden des Sees befänden.

Neue Erkenntnisse, neue Hoffnungen

Eine aktuelle Studie kommt zu einem anderen Ergebnis: Laut den Autoren Rex Bunn und Sascha Nolden sind die «Pink and White Terraces» weder am Grund des Sees noch zerstört. Vielmehr befänden sie sich an Land nahe des Ufers des Lake Rotomahana, in nur 10 bis 15 Metern Tiefe.

Das schliessen die beiden aus den Aufzeichnungen des deutsch-österreichischen Geologen Ferdinand von Hochstetter, der die bis heute einzige vollständige Vermessung Neuseelands vorgenommen hat und die genaue Position der Kaskaden beschrieben haben soll. Gemäss dessen Aufzeichnungen habe man bis jetzt schlicht an den falschen Stellen gesucht.

Bunn und Nolden hoffen nun, mithilfe von Spenden umgerechnet rund 49'000 Franken zusammenzubekommen, um weitere Recherchen und Grabungen finanzieren zu können. Sie hoffen – genauso wie die Bevölkerung, dass das Naturwunder nach Ausgrabungsarbeiten in altem Glanz erstrahlen könnte.

So entstanden die Pink and White Terraces

Die ungewöhnlichen Formationen aus rosafarbenen und weissen Stufen am Lake Rotomahana auf der neuseeländischen Nordinsel verdankten ihre Entstehung einem ausgedehnten geothermischen System im Untergrund: Aufgeheiztes und mit Mineralien angereichertes Wasser quoll aus zwei Geysiren nahe des Ufers aus der Erde und floss einen Hang hinunter. Die sich ablagernden Mineralien hinterliessen dabei die weiss und rosa gefärbten Terrassen. (Bild: Alexander Turnbull Library/PD)

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