Minsk: Belarus verurteilt zwei oppositionelle Journalistinnen zu zwei Jahren Haft
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MinskBelarus verurteilt zwei oppositionelle Journalistinnen zu zwei Jahren Haft

Die beiden polnischen Journalistinnen Katerina Bachwalowa und Daria Tschulzowa müssen hinter Gitter. Gemäss einem Gericht haben sie sich schuldig gemacht, Proteste gegen den belarussischen Machthaber Lukaschenko organisiert zu haben.

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Zwei polnische Journalistinnen wurden am Donnerstag in Minsk verurteilt.

Zwei polnische Journalistinnen wurden am Donnerstag in Minsk verurteilt.

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Daria Tschulzowa (links) und Katerina Bachwalowa (rechts) müssen für zwei Jahre ins Gefängnis.

Daria Tschulzowa (links) und Katerina Bachwalowa (rechts) müssen für zwei Jahre ins Gefängnis.

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Beide wurden für schuldig befunden, Proteste gegen den weissrussischen Machthaber Alexander Lukaschenko organisiert zu haben.

Beide wurden für schuldig befunden, Proteste gegen den weissrussischen Machthaber Alexander Lukaschenko organisiert zu haben.

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Darum gehts

  • Die Journalistinnen Daria Tschulzowa und Katerina Bachwalowa filmten am 15. November die belarussischen Proteste aus einer Wohnung in Minsk.

  • Nun wurden die beiden Polinnen zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt.

  • Sie haben «Gruppenaktionen, die in grobem Masse gegen die öffentliche Ordnung verstiessen» organisiert, urteilte ein Gericht.

Wegen des Vorwurfs, Proteste gegen den autoritär regierenden Staatschef Alexander Lukaschenko organisiert zu haben, sind zwei Journalistinnen in Belarus zu zwei Jahren Haft verurteilt worden. Die Reporterinnen Katerina Bachwalowa und Daria Tschulzowa seien wegen der Anführung von «Gruppen-Aktionen, die in grobem Masse gegen die öffentliche Ordnung verstossen» schuldig gesprochen worden, teilte ihr Arbeitgeber, der oppositionelle Fernsehsender Belsat, mit. Die beiden Journalistinnen waren am 15. November festgenommen worden, als sie von einem Appartement aus Proteste in Minsk filmten.

Die Staatsanwaltschaft hatte zum Prozessauftakt laut Belsat erklärt, durch ihre Reportagen hätten die Journalistinnen Verspätungen im öffentlichen Nahverkehr und materielle Schäden verursacht.

Lukaschenkos offiziell verkündete Wiederwahl im August hatte in der früheren Sowjetrepublik Massenproteste ausgelöst. Die Opposition wirft dem seit 1994 regierenden Staatschef massiven Wahlbetrug vor. Tausende Demonstranten wurden bei den Protesten festgenommen und teilweise in der Haft gefoltert. Viele Oppositionspolitiker flohen ins Ausland. Wegen des brutalen Vorgehens der Sicherheitskräfte gegen friedliche Demonstranten verhängte die EU Sanktionen gegen den belarussischen Präsidenten und seine Vertrauten.

Anfang Februar wurde die Schweizer Journalistin Luzia Tschirky in Minsk festgenommen. Tschirky, die für das SRF aus Russland und Belarus berichtet, kam zwar nach wenigen Stunden wieder frei. Sie sagt aber: «Die Menschen in Belarus müssen jederzeit damit rechnen, dass man sie einfach mitnimmt»

(AFP, her)

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