Er arbeitete im Auftrag der SRG: Nach Rassismus-Eklat gegen Aldo Kalulu – Stadionverbot für den Täter
Aktualisiert

Er arbeitete im Auftrag der SRGNach Rassismus-Eklat gegen Aldo Kalulu – Stadionverbot für den Täter

Nun ist klar, wer die rassistische Äusserung gegen Aldo Kalulu äusserte. Es handelte sich um eine Drittperson, die an der Liveproduktion beteiligt war. Mittlerweile ist eine erste Strafe für den Täter klar.

von
Adrian Hunziker
Nils Hänggi

Die rassistische Äusserung im TV.

Video: SRF

Darum gehts

  • Aldo Kalulu wurde im TV rassistisch beleidigt.

  • Mittlerweile ist der Schuldige gefunden.

  • Es handelte sich um eine Person, die im Auftrag der SRG im Einsatz war.

  • Basel prüft derweil rechtliche Schritte.

  • Ein Stadionverbot ist bereits definitiv.

Am Ostermontag wurde der FCB-Spieler Aldo Kalulu im Fernsehen rassistisch beleidigt. Die Partie zwischen dem FC Basel und dem FC Vaduz (1:2) befand sich noch in der Startphase. Dann hörte man eine Aussage, die schockierte. Die Aussenmikrofone des SRF und von Blue fingen eine eindeutig rassistische Äusserung ein. Eine Stimme sagte: «Ich glaube, der Kalulu war einmal ein Bananenpflücker. Der schreit im Zeugs herum.» Gemeint war der FCB-Spieler Aldo Kalulu, der den Ball in diesem Moment hatte und in einen Zweikampf verwickelt war.

Mittlerweile ist klar, wer der Schuldige ist. Es handelte sich um eine Drittperson, die an der Liveproduktion beteiligt war. Dies teilt die SRG in einem Communiqué mit. «Nach internen Abklärungen ist klar, dass eine Drittperson, die an der Liveproduktion beteiligt war, den rassistischen Kommentar äusserte. Die Person arbeitet für eine externe Firma, die im Auftrag der SRG im Einsatz war», heisst es in diesem. Und: «Die SRG duldet in keiner Weise Rassismus oder Diskriminierung. Rassistische Äusserungen oder Handlungen werden nicht toleriert und haben Konsequenzen. Darum wird die SRG mit dem Unternehmen ab sofort kein Auftragsverhältnis mehr eingehen.» Man entschuldige sich in aller Form beim FCB-Spieler Aldo Kalulu, dem FC Basel und dem Publikum für die rassistischen Äusserungen.

Der FC Basel begrüsst die schnelle Aufklärung

Simon Walter, Mediensprecher des FC Basel, verweist auf das Communiqué des FCB, das der Club zeitgleich mit jenem der SRG verschickt hatte. In diesem heisst es: «Der FCB verurteilt Rassismus und Diskriminierung jeglicher Art aufs Schärfste und begrüsst daher das schnelle und konsequente Vorgehen des SRF. Rassismus und jede andere Form der Diskriminierung haben in unserer Gesellschaft keinen Platz.» Ganz ähnlich wie bei den Baslern klingt es bei der Swiss Football League. Auch sie ist happy über die schnelle Aufklärung. In einer Mitteilung schreibt die Liga: «Rassismus und jede andere Form der Diskriminierung haben im Schweizer Fussball keinen Platz. Die SFL und ihre Partner werden deshalb nicht nachlassen und auch weiterhin solche Verfehlungen mit aller Härte bekämpfen.»

Der Rassismus-Eklat ist also aufgeklärt. Eine Tatsache, die alle Beteiligten freut. Den FC Basel, die SRG, die Swiss Football League. Aber auch wohl Fabian Frei, der nach der Partie klare Worte fand, beispielsweise meinte: «Wir verurteilen diese Aktion scharf. Rassismus hat keinen Platz in der Gesellschaft. Mir fehlen die Worte.» Und auch Aldo Kalulu dürfte sich freuen. Er, der schon einmal rassistisch beleidigt worden ist, meldete sich am Montagabend zu Wort – also bevor der Täter bekannt wurde. Via Twitter und Instagram bedankte sich der Franzose für die Unterstützung. «Wir müssen vorwärts schauen und keine Zeit mit Dummköpfen verschwenden. Ich hoffe nur, dass Massnahmen ergriffen werden, um diese Art von Verhalten zu verhindern», schrieb er.

Fabian Frei fand nach der Pleite gegen Vaduz klare Worte.

SRF

Zwei Jahre Stadionverbot für den Täter

Doch wie geht es weiter? Wird der FC Basel rechtliche Schritte gegen den Täter einleiten? Wird gegen ihn ein Stadionverbot verhängt? Und wie fand man überhaupt den Täter? Auf Anfrage von 20 Minuten teilt FCB-Walter mit: «Der FCB ist froh, dass die Person schnell gefunden werden konnte, die weiteren Schritte werden nun mit der nötigen Sorgfalt geprüft.» Und Philippe Guggisberg, Head of Communication bei der Swiss Football League, sagt: «Die SFL hat gegen die fehlbare Person in Absprache mit dem FC Basel unmittelbar ein schweizweites Stadionverbot für zwei Jahre ausgesprochen.»

Auf die Frage, wie der Täter identifiziert werden konnte, antwortet Roland Mägerle, Leiter Business Unit Sport SRG und SRF Sport: «Nach Abschluss der Liveproduktion konnten die Tonspuren zum fraglichen Zeitpunkt nachverfolgt und die Person eruiert werden.» Um welche Firma es sich handle und wie der Täter auf die Identifikation seiner Person reagiert habe, könne er nicht sagen. Mägerle: «Hierzu können wir nur wiederholen: Die SRG toleriert keinen Rassismus, weshalb die Zusammenarbeit mit der Firma per sofort beendet wurde. Weitere Auskünfte können wir nicht geben.»

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von Rassismus betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Beratungsnetz für Rassismusopfer

GRA, Stiftung gegen Rassismus und Antisemitismus

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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