Busse für Frau: Beleidigung per Whatsapp kann teuer werden
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Busse für FrauBeleidigung per Whatsapp kann teuer werden

Eine junge Frau aus Wetzikon zog via Whatsapp in primitivster Weise über eine andere Frau her. Das kommt sie nun teuer zu stehen.

von
num
Die junge Frau wurde der Beschimpfung und der sexuellen Belästigung schuldig gesprochen.

Die junge Frau wurde der Beschimpfung und der sexuellen Belästigung schuldig gesprochen.

Dutzende Milliarden Nachrichten werden pro Tag über Whatsapp versandt. Liebesbotschaften, Unfug, Geplänkel – manchmal aber auch Beleidigungen. Diese haben selten Auswirkungen, können aber teuer werden, wenn sie zur Anzeige gebracht werden.

Wie der «Anzeiger von Uster» berichtet, wurde kürzlich ein Strafbefehl gegen eine damals 20-jährige Deutsche aus Wetzikon erlassen. Diese hatte einer anderen Frau im November 2015 vier Nachrichten in einem Gruppenchat geschickt.

Verletzten die sexuelle Integrität

Diese Nachrichten waren beleidigend und mit sexuellem Inhalt gegen die Empfängerin. So seien primär die Geschlechtsorgane der Frau mit negativen Dingen in Verbindung gebracht worden, zitiert die Zeitung aus dem Strafbefehl. Der Tiefpunkt der Schimpftirade stellt der Hinweis an die Empfängerin dar, beim Analverkehr auf ihre Verdauung zu achten – allerdings in etwas anderen Worten ausgedrückt.

Diese Nachrichten wurden in einem Gruppenchat an vier weitere Personen verschickt. Die Empfängerin brachte das Geschehene zur Anzeige. Die Staatsanwältin schreibt laut «Anzeiger von Uster»: «Die primitiven Äusserungen waren in höchstem Mass ehrenrührig und verletzten die sexuelle Integrität.»

1100 Franken für vier Nachrichten

Die junge Deutsche wurde deshalb der Beschimpfung und der sexuellen Belästigung schuldig gesprochen und zu einer bedingten Geldstrafe von 30 Tages­sätzen à 30 Franken verurteilt. Lässt sich die Frau nichts mehr zuschulden kommen, muss sie die 900 Franken Strafe nicht bezahlen. Allerdings muss sie noch eine Busse von 300 Franken berappen und die Verfahrenskosten in der Höhe von 800 Franken übernehmen. Das ergibt neben der bedingten Strafe 1100 Franken Kosten für vier Nachrichten.

Eine Statistik, wie oft solche Strafbefehle wegen Beleidigungen per Whatsapp ausgestellt werden, führt die Staatsanwaltschaft in Zürich nicht. Urteile wegen Ehrverletzungen per Facebook, Whatsapp, E-Mail oder anderen Kanälen kämen fast täglich vor.

Wurden Sie auch schon auf übelste Weise über elektronische Kanäle beschimpft und haben Anzeige erstattet? Schildern Sie uns Ihren Fall auf feedback@20minuten.ch

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