Belgien feiert 175 Jahre Unabhängigkeit
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Belgien feiert 175 Jahre Unabhängigkeit

Mit einer Militärparade und einem Festival zu Ehren der populären Comic-Figur «Tintin» hat Belgien am Donnerstag den 175.

Jahrestag seiner Unabhängigkeit gefeiert. Am Königspalast in Brüssel versammelten sich tausende Menschen, um mit König Albert II. und Königin Paola den Nationalfeiertag zu begehen. Am Nachmittag nahm das Staatsoberhaupt die Militärparade ab. Die Innenstadt um den historischen Marktplatz Grand Place war weiträumig abgesperrt.

Flamen und Wallonen erlangten bei einer Revolution 1830 ihre Unabhängigkeit von den Niederlanden und schlossen sich im Königreich Belgien zusammen. Der erste König, Prinz Leopold von Sachsen-Coburg, bestieg am 21. Juli 1831 den Thron. Zwischen den sechs Millionen niederländisch sprechenden Flamen im Norden und den viereinhalb Millionen französischsprachigen Wallonen im Süden gibt es allerdings regelmässig Streit.

Zuletzt drohte wegen eines Sprachenstreits in einem Wahlbezirk bei Brüssel sogar die Regierung von Ministerpräsident Guy Verhofstadt zu stürzen. Die drei belgischen Regionen Flandern, Wallonien und Brüssel sind in ihrem Verhältnis zur Bundesregierung relativ autonom. Diese Staatsform geht zurück auf eine Föderalismusreform, die genau vor 25 Jahren in Kraft trat.

Trotz seiner Spaltung organisierte das Land für den 175. Geburtstag ein ehrgeiziges Programm und brachte dafür rund acht Millionen Euro auf. Den ganzen Tag über waren in der Hauptstadt Konzerte organisiert, Ausstellungen wurden aufgebaut, das Parlament hatte einen Tag der offenen Tür. Zwischen Königs- und Justizpalast boten zahlreiche Stände Nationalgerichte wie «Moules-Frites» (Muscheln mit Pommes Frites) an. Am Abend sollten die Feierlichkeiten mit einem zentralen Feuerwerk zu Ende gehen.

Eine der zentralen Veranstaltungen war das «Tintin»-Festival zu Ehren der Comicfigur «Tim» aus der Serie «Tim und Struppi», das erstmals gefeiert wurde. Bis Samstag soll das Festival dauern. Geplant waren Seifenkistenrennen, Ausstellungen und ein Flohmarkt. Am Justizpalast waren teils historische Fahrzeuge ausgestellt, die in den Comics des aus Brüssel stammenden Schöpfers Hergé auftauchen. «Es wurde Zeit, dass wir ein 'Tintin'-Festival haben», sagte Organisator Charles Dierick von der Hergé-Stiftung.

«Das ist sozusagen eine Familienangelegenheit», fügte er hinzu. Im vergangenen Jahr feierte der umtriebige Reporter «Tintin», der zusammen mit seinem Hund stets für das Gute kämpft, seinen 75. Geburtstag. Unter den Belgiern ist er gleichermassen beliebt, wenngleich die Flamen ihn «Kuifje» nennen.

(dapd)

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