YB vs. Roter Stern: Belgrad-Fan glaubt an eine friedliche Partie
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YB vs. Roter SternBelgrad-Fan glaubt an eine friedliche Partie

Um 21 Uhr wird die Partie BSC Young Boys gegen Roter Stern Belgrad angepfiffen. Was kommt auf Bern zu?

von
cho
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Mehrere Stunden vor Anpfiff wurden auf Schweizer Autobahnen Transparente gesichtet. «Alle nach Bern», steht dort in kyrillischer Schrift.

Mehrere Stunden vor Anpfiff wurden auf Schweizer Autobahnen Transparente gesichtet. «Alle nach Bern», steht dort in kyrillischer Schrift.

Leser-Reporter
Ebenfalls kursiert dieses Foto im Internet. Die Fans aus Serbien wollen sich laut einem Leser-Reporter vor dem Spiel auf dem Berner Bundesplatz treffen und von dort weiter zum Stadion ziehen.

Ebenfalls kursiert dieses Foto im Internet. Die Fans aus Serbien wollen sich laut einem Leser-Reporter vor dem Spiel auf dem Berner Bundesplatz treffen und von dort weiter zum Stadion ziehen.

Leser-Reporter
YB empfängt am Mittwoch den serbischen Verein Roter Stern Belgrad im Stade de Suisse.

YB empfängt am Mittwoch den serbischen Verein Roter Stern Belgrad im Stade de Suisse.

Viele Belgrad Fans in der Schweiz versuchten fieberhaft Tickets für das heutige Champions-League-Playoff zu ergattern. Während Inhaber einer YB-Saisonkarte bis zu zwölf zusätzliche Karten erwerben konnten, wurden Roter Stern Belgrad lediglich rund 2000 Tickets zur Verfügung gestellt. Viele Anhänger die in der Schweiz leben, gingen leer aus. Dennoch wollen viele nach Bern reisen, sagt J.H.* aus dem Kanton Aargau: «Ich und meine Brüder haben beschlossen trotzdem nach Bern zu fahren und dort die Mannschaft von ausserhalb des Stadions zu unterstützten», so der 25-Jährige. Seine Familie sei nicht die einzige, die es so mache. In seinem Umfeld gebe es jedoch auch einige, die Tickets für den ausverkauften Match organisieren konnten.

So etwa A.* der mit einigen Verwandten nach Bern fährt: «Wir haben ein Ticket für den Belgrad-Sektor und drei Plätze im C-Sektor.» Während sie das Ticket für den Auswärts-Sektor über einen Freund in Belgrad bezogen hätten, stammten die anderen drei von YB-Anhängern. Es sei nicht sehr schwer gewesen an die Karten zu kommen, sagt der 20-Jährige: «Man musste nur Personen mit YB-Abis über Social Media anschreiben. Dann haben viele für einen kleinen Unkostenbeitrag Tickets für einen gekauft.»

In Rot zwischen Gelb-Schwarz

Er hätten nicht wenige Roter-Stern-Fans aus der Schweiz Tickets für den C-Sektor bekommen – so sehe es zumindest in seinem Umfeld aus. «Ich werde mich auf jeden Fall mit meinem Belgrad-Leibchen dort hinsetzen und weiss, dass ich nicht der einzige sein werde», so der Serbe. Gemäss dem BSC YB sind Belgrad-Fans jedoch nur im Gästesektor willkommen. «Anhänger von Roter Stern, welche in den Besitz von Tickets ausserhalb des Gästesektors kommen, können ohne Anspruch auf Ersatz des Kaufpreises aus Sicherheitsgründen in andere Bereiche – auch andere Sektoren – umplatziert werden», heisst es auf der Webseite.

4000 Fans aus Belgrad und der Bundesplatz

«In den Fussballforen ist die Rede von 4000 Fans, welche von Belgrad nach Bern reisen», so A. Ausserdem seien auf Schweizer Autobahnen bereits Transparente gesichtet worden. «Alle nach Bern» steht dort in kyrillischer Schrift. «Ausserdem macht ein Foto des Bundesplatzes mit dem roten Stern die Runde. Einige Fans wollen sich dort vor dem Match treffen und gemeinsam zum Stadion gehen.»

Sicherheitsdirektor Reto Nause (CVP) hat die Partie als «rotes Spiel» eingestuft. Entsprechend viel Polizei sei im Einsatz: «Bisher ist kein Gesuch für einen Fanmarsch bei uns eingegangen.» Die Stadt hoffe, dass ein Gros der Fans mit dem ÖV zum Stadion reise. «Ich gehe aber davon aus, dass grössere Gruppierungen einen Fussmarsch unternehmen. Tritt dieser Fall ein, braucht es eine enge polizeiliche Begleitung.»

Belgrad-Fan A. glaubt, dass es eine friedliche Partie geben wird. «Die Fans von Roter Stern werden nur beim Belgrader Derby gegen Partizan richtig unberechenbar. Und natürlich wenn sie richtig provoziert werden.» Er hoffe jedoch, dass die Provokationen auf beiden Seiten ausbleiben und das Spiel im Zentrum steht.

*Name der Redaktion bekannt

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