Aktualisiert 22.12.2003 10:36

Belgrad: Prozess gegen Djindjic-Attentäter

Als Hauptdrahtzieher des Attentats gilt der frühere Kommandant der Polizei-Elitetruppe «Rote Barette», Milorad Lukovic. Er befindet sich auf der Flucht.

Am ersten Tag im Prozess um den Mord am serbischen Ministerpräsident Zoran Djindjic sind am Montag 6 Angeklagte vor dem Gericht in Belgrad erschienen. 8 Tatverdächtige sind noch auf der Flucht.

Gegen sie wird der Prozess in Abwesenheit geführt. Ein weiterer Angeklagter hat sich in dem Prozess als Kronzeuge zur Verfügung gestellt.

Insgesamt sind in dem Verfahren Anklagen gegen 36 Personen des so genannten «Zemun-Clans» wegen mehrerer Morde, Entführungen und Terrorakte erhoben worden. Die Anklageschrift ist 41 Seiten lang.

Der Prozess findet vor einem neu geschaffenen Gericht für die Verfolgung von organisiertem Verbrechen statt. Im Gerichtssaal wurden zum Schutz der Zeugen gläserne Kabinen mit schusssicheren Scheiben aufgebaut.

Laut den bisherigen Ermittlungsergebnissen soll der Hauptangeklagte Zvezdan Jovanovic, ein ehemaliger Elitepolizist mit Kontakten zur Mafia, als einziger Schütze von einem Nachbargebäude zwei Kugeln abgefeuert haben. Jovanovic hatte die Tat zuerst gestanden, das Geständnis aber später widerrufen.

Laut Djindjics Leibwächter war noch ein weiterer Schütze an der Tat beteiligt.

Djindjic war am 12. März vor dem Regierungssitz in Belgrad erschossen worden. Der Mordprozess stösste in der serbischen Öffentlichkeit auf grosses Interesse. Viele Menschen fürchten, dass nicht die ganze Wahrheit über die Tat ans Licht kommt.

(sda)

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