Béliers schlagen «Fritz» den Kopf ab
Aktualisiert

Béliers schlagen «Fritz» den Kopf ab

Mitglieder der separatistischen Gruppe Bélier haben am Freitagmittag in Delsberg den Kopf des steinernen «Fritz»- Monumentes von Les Rangier JU zerstört.

Sie protestierten so gegen den offiziellen Festakt zum 25. Geburtstag des Kantons Jura. Zwei vermummte Mitglieder der Separatisten-Organisation gingen um 12.30 Uhr vor dem Rathaus von Delsberg ans Werk. Mit Hammer und Meissel zerstörten sie den Kopf des Soldatendenkmals, den die Gruppe Bélier Ende der 1980er-Jahre gestohlen hatte.

Zur Aktion versammelten sich rund 50 Sympathisanten auf dem Rathausplatz. Sie mussten dazu die Sicherheitsabschrankungen überwinden. Die Polizei schirmte den Hof des Rathauses ab. Im Innern des Gebäudes fand zur selben Zeit vor rund 200 Gästen der offizielle Festakt zum 25. Geburtstag des Kantons Jura statt.

Symbol des Jura-Konflikts

Das Soldatendenkmal «Fritz» bei Les Rangiers gilt als Symbol des Jura-Konflikts. Es war von den Béliers 1984 vom Sockel gerissen worden, wobei der Kopf abbrach. Es handelte sich um die spektakulärste Aktion der Autonomisten-Bewegung.

Kaum war «Fritz» wieder auf den Beinen, wurden Autoreifen an seinem Sockel abgefackelt. Das schwärzte ihn ein, und ein Stück des Denkmals platzte wegen der Hitze ab. 1989 rissen ihn die Separatisten erneut zu Boden und entwendeten seinen Kopf sowie sein Bajonett.

Der Schopf, in dem der Rumpf danach in Glovelier JU zwischengelagert wurde, brannte ein Jahr später ab. Nach diesem Vandalenakt kehrte der arg ramponierte Fritz nie mehr nach Les Rangiers zurück, wo er 1924 aufgestellt worden war. «Fritz» war ein Denkmal für die Soldaten, die von 1914 bis 1918 die Landesgrenze geschützt hatten. (sda)

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