Aktualisiert 12.03.2019 09:37

Low Carb

Bella Hadids Diät ist Gift für das Herz

Auf Kohlenhydrate zu verzichten, liegt im Trend. Doch Abnehmmethoden wie die Keto-Diät können zu Herzrhythmusstörungen führen.

von
jcg
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Prominente wie das Model Bella Hadid (im Bild) schwören auf Low-Carb-Diäten wie Keto, Atkins oder Paläo. Doch der weitgehende Verzicht auf Kohlenhydrate ist nicht unproblematisch.

Prominente wie das Model Bella Hadid (im Bild) schwören auf Low-Carb-Diäten wie Keto, Atkins oder Paläo. Doch der weitgehende Verzicht auf Kohlenhydrate ist nicht unproblematisch.

Instagram/bellahadid
Laut einer Studie der chinesischen Sun-Yat-Sen-Universität können Low-Carb-Diäten das Risiko für Herzrythmusstörungen erhöhen. Demnach sind Personen, die weniger als 45 Prozent ihrer täglichen Kalorien in Form von Kohlenhydraten zu sich nehmen, am gefährdetsten.

Laut einer Studie der chinesischen Sun-Yat-Sen-Universität können Low-Carb-Diäten das Risiko für Herzrythmusstörungen erhöhen. Demnach sind Personen, die weniger als 45 Prozent ihrer täglichen Kalorien in Form von Kohlenhydraten zu sich nehmen, am gefährdetsten.

iStock/Azurita
Sie haben eine um 18 Prozent höhere Chance, ein Vorhofflimmern zu entwickeln, als jene, die 45 bis 52 Prozent ihres Kalorienbedarfs mit Kohlenhydraten decken.

Sie haben eine um 18 Prozent höhere Chance, ein Vorhofflimmern zu entwickeln, als jene, die 45 bis 52 Prozent ihres Kalorienbedarfs mit Kohlenhydraten decken.

iStock/Thitareesarmkasat

Low-Carb-Diäten sind ein beliebter Weg, um Gewicht zu verlieren. Kim Kardashian, Bella Hadid, Adriana Lima und andere Prominente schwören darauf. Doch eine Ernährung, die auf das Vermeiden von Kohlenhydraten ausgerichtet ist, ist nicht unproblematisch. So kann etwa die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit leiden. Nun zeigt eine neue Studie, dass Low-Carb-Diäten auch das Risiko für Herzrythmusstörungen erhöhen können.

Demnach sind Personen, die weniger als 45 Prozent ihrer täglichen Kalorien in Form von Kohlehydraten zu sich nehmen, am gefährdetsten. Sie haben eine um 18 Prozent höhere Chance, ein Vorhofflimmern zu entwickeln, als jene, die 45 bis 52 Prozent ihres Kalorienbedarfs mit Kohlehydraten decken. Vorhofflimmern ist laut der Schweizerischen Herzstiftung die häufigste Herzrhythmusstörung. In der Schweiz ist rund ein Prozent der Bevölkerung betroffen. Unbehandelt kann die Krankheit zum Hirnschlag führen.

14'000 Studienteilnehmer

Auch gegenüber einer dritten Gruppe, die mehr als 52 Prozent ihre Bedarfs mit Kohlehydraten deckt, haben Anhänger einer strikten Low-Carb-Diät ein 16 Prozent höheres Risiko für Vorhofflimmern. Dies berichtete der Kardiologe Xiaodong Zhuang von der chinesischen Sun-Yat-Sen-Universität an einer Konferenz der American College of Cardiology.

Für die Studie hatte sein Team die Daten von 14'000 Teilnehmern einer langfristigen US-Herzstudie ausgewertet, die zu Beginn keine Herzrhythmusstörung hatten. Die Probanden mussten dabei auch über ihre Ernährung genau Buch führen. Über einen Zeitraum von 22 Jahren entwickelten 1900 Teilnehmer ein Vorhofflimmern. Zhuang erklärte dazu, dass es keinen Einfluss auf das Vorhofflimmern-Risiko habe, mit welcher Art Eiweiss oder Fett man die Kohlehydraten ersetze.

Weniger Obst, mehr rotes Fleisch

Als Gründe vermuten die Forscher, dass Personen, die auf Kohlehydrate verzichten, mehr rotes Fleisch und gesättigte Fettsäuren zu sich nehmen, was zu Entzündungen führen kann und sich negativ auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit auswirkt. Da sie ausserdem dazu neigen, weniger Obst , Gemüse und Getreide zu essen, würden es ihnen zudem an entzündungshemmenden Antioxidantien mangeln.

«In Anbetracht des möglichen Einflusses auf das Vorhofflimmern legt unsere Studie nahe, diese populäre Abnehmmethode zurückhaltend zu empfehlen», so Zhuang. Er betont allerdings, dass die Langzeitwirkung einer reduzierten Kohlehydratzufuhr besonders hinsichtlich ihres Einflusses auf Herzkrankheiten noch zu wenig untersucht sei. Es brauche deshalb weitere Studien.

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