Aktualisiert 14.01.2017 10:52

Social-Media-StarsBendrit und Gülsha mischen SRF-«Arena» auf

Junge müssten «den Finger rausnehmen» und sich mehr für Politik interessieren, findet Jonas Projer. Deshalb holt der SRF-Moderator sich Verstärkung ins TV-Studio.

von
J. Büchi
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Gülshas Facebook-Eintrag nach der Sendung sagt alles: Was man zum Strassenfonds NAF abstimmen soll, ist ihr nach dieser Sendung jedenfalls nicht klar.

Gülshas Facebook-Eintrag nach der Sendung sagt alles: Was man zum Strassenfonds NAF abstimmen soll, ist ihr nach dieser Sendung jedenfalls nicht klar.

Facebook/Gülsha
Nach 60 Minuten Diskussion mit Gästen aus der Politik fragt Moderator Jonas Projer, wie das Thema bei den Followern von Bendrit und Gülsha angekommen ist.

Nach 60 Minuten Diskussion mit Gästen aus der Politik fragt Moderator Jonas Projer, wie das Thema bei den Followern von Bendrit und Gülsha angekommen ist.

Screenshot SRF
«Vielleicht muss man sich auch noch mehr informieren», meint Bendrit. «Facepalm», bilanziert Gülsha.

«Vielleicht muss man sich auch noch mehr informieren», meint Bendrit. «Facepalm», bilanziert Gülsha.

«Arena»-Moderator Jonas Projer erwartet in seiner heutigen Sendung illustre Gäste, wie er auf Twitter verkündet: Dabei bezieht er sich allerdings nicht auf Bundespräsidentin Doris Leuthard, die im Studio für den neuen Strassenfonds NAF kämpfen wird. Seine Vorfreude («wir gehen ‹all in›») gilt vielmehr den beiden Jungstars Bendrit Bajra und Gülsha Adilji.

Doch was haben der Facebook-Star und die Jugendmoderatorin mit der doch eher technischen Verkehrsvorlage zu tun? «Wir wollen, dass auch Junge etwas von der ‹Abstimmungs-Arena› zum Strassenfonds mitbekommen – Junge, die sonst eher wenig ‹Arena› schauen und oft auch nicht abstimmen gehen», sagt Projer auf Anfrage von 20 Minuten.

«Geht an die Urne!»

Und der Moderator wird noch deutlicher: «Die Jungen müssen jetzt endlich den Finger rausnehmen und sich mehr für harte Politik interessieren statt nur fürs Dschungelcamp.»

«Geht an die Urne!», appelliert der 35-Jährige an die jungen Stimmbürger. Gülsha und Bendrit seien heute Abend als Beobachter im Studio. «Sie berichten und senden auf ihren eigenen Kanälen, was sie wollen. Und dann tragen sie Feedback und Kommentare live in die Sendung zurück.» Das Ziel sei, dass sich die Jungen eine Meinung zu den Abstimmungen bilden könnten. «Auf welchem Kanal, ist mir erst mal egal.»

Bendrit will mit Leuthard über Blitzer reden

Bendrit Bajra freut sich auf den Auftritt. «Jonas Projer hat mich spontan angefragt und ich sagte mir: ‹Warum nicht?›» Er will den Politikern insbesondere Nachhilfe in Sachen Werbung via Social Media geben. «Manche denken, sie könnten einfach ein Plakat posten und dann stimmen die Jungen für sie. Aber so funktioniert das nicht.»

Daraus, dass er in der Schweizer Politik nicht gerade sattelfest ist, macht Bendrit kein Geheimnis. «Ich gehe selten abstimmen, viele Sachen sind mir auch zu kompliziert. Wenn es um so etwas Wichtiges wie die Durchsetzungsinitiative geht, dann rede ich aber schon mit.»

Bundespräsidentin Leuthard kenne er als Autofan natürlich: «Wenn sich die Gelegenheit bietet, werde ich sie heute Abend auf die vielen Blitzer auf den Strassen ansprechen. Vielleicht lässt sich ja da etwas machen.»

Jugend-«Arena» hat eingeschlagen

Die «Arena»-Macher setzen bereits zum zweiten Mal in Folge auf die Jugendkarte: Am vergangenen Freitag diskutierten Andri Silberschmidt (Jungfreisinnige), Tamara Funiciello (Juso), Benjamin Fischer (JSVP) und Tino Schneider (JCVP) im Studio über das Thema «Zukunft» – Livestream auf Facebook inklusive.

Für Moderator Projer fällt die Bilanz positiv aus: «Das war ein tolles Experiment. Die gesamte Sendung wurde am TV von 145'000 Zuschauern verfolgt.» Das entspreche einem Marktanteil von fast 17 Prozent. «Weitere 30'000 Views und weit über 1000 Kommentare gab es bei den Facebook-Streams.»

Für seinen jüngsten Coup erntet Projer auf Twitter Lob, aber auch Kritik. «Ich sehe, man hat Personen mit Relevanz gewählt», schreibt ein Nutzer ironisch. Und ein anderer rät den «Arena»-Machern, die anwesenden Politiker mit Namens-Täfeli zu versehen, damit die beiden Jungstars nicht ins Rudern kommen.

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