Von Hexe verflucht?: Benfica verspielt 3 Titel in 15 Tagen
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Von Hexe verflucht?Benfica verspielt 3 Titel in 15 Tagen

Es hätte so schön werden können: Vor wenigen Tagen stand Benfica vor dem Triple. Jetzt sind Meisterschaft, Europa League und Cup futsch. Schuld soll eine Hexe sein.

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Benfica Lissabon peilte in diesem Frühling das Triple an. Doch nach der bitteren Pleite in der Liga gegen Porto, der Finalniederlage in der Europa League gegen Chelsea, feierte auch im Pokal am Ende nicht Benfica, sondern der Gegner. Innert 15 Tagen machte das Team von Jorge Jesus eine sagenhafte Saison zunichte. Stürmer Oscar Cardozo gibt dem Coach die Schuld am dreifachen Versagen. Oder hat eine Hexe ihre Hände mit im Spiel?

Ein kleiner Trost für den beliebtesten Fussballklub Portugals: Bayern München träumte 2012 ebenfalls vom Triple. Unvergessen sind die Tränen der Spieler nach dem verlorenen CL-Endspiel «dahoam» – auch damals hiess der Sieger Chelsea. National mussten die Münchner beide Titel Borussia Dortmund zugestehen.

Ivanovic trifft in der 94. Minute

Benficas Leidensgeschichte unterscheidet sich was die Liga angeht von jener von Bayern. Während Dortmund in der Saison 2011/12 das Nonplusultra war, lieferten sich Benfica und Porto bis zum Schluss ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Am vorletzten Spieltag fand das Direktduell in Porto statt, wohin der Hautpstadtklub mit einem Zwei-Punkte-Vorsprung reiste.

Der 11. Mai 2013 war der Anfang vom Ende der Titelträume von Benfica. Auswärts beim Zweitplatzierten Porto verliert Benfica 1:2 – in der 90. Minute. Mit einem Punkt Vorsprung übernahm Porto die Tabellenführung und sollte diese nicht mehr weggeben.

Vier Tage später stand der EL-Final in Amsterdam auf dem Programm. Doch Branislav Ivanovics spätes Siegtor zum 2:1 für Chelsea brachte den «Blues» ein Jahr nach der Champions League auch den Europa-League-Titel. Erneut vier Tage später stand das letzte Saisonspiel an. Doch das 3:1 gegen Moreirense nützte nichts mehr, Porto sicherte sich mit dem 2:0 den 27. Meistertitel.

Tränen von Jorge Jesus

Nun blieb noch der Cup. Mit 20:3 Toren war Benfica das überragende Team in diesem Wettbewerb und traf im Final auf Vitoria Guimaraes. Im ausverkauften Estádio Nacional in Lissabon begann alles nach Plan. Doch ein Doppelschlag von Guimarães sorgte nach der Pause für die Wende: Soudani glich zunächst aus (79.), zwei Minuten später machte ein Treffer von Ricardo die Sensation perfekt. Zu viel für Benfica: Am Abend des 26. Mai, 15 Tage nach der Auswärtsniederlage in Porto, weinte nicht nur Trainer Jorge Jesus bittere Tränen.

Stürmerstar Oscar Cardozo, der im Cupfinal 20 Minuten vor Schluss ausgewechselt wurde, hatte sich danach nicht mehr im Griff. Er ging auf Trainer Jesus los und gab ihm die Schuld für das Scheitern. In Portugal machen derweil Gerüchte die Runde, die Mannschaft sei verflucht worden. Im Haus einer Hexe aus dem Norden des Landes sollen Beweise dafür gefunden worden sein. «Zu meinem Erstaunen fand ich dort Fotos von den Spielern und dem Coach. Daneben Satanrituale.» Sie sei sogar dafür bezahlt worden, schreibt eine portugiesische Zeitung.

«100 Jahre keinen Titel»

Auf dem Verein lastet ein weiterer Fluch. Bela Guttman, Trainer bei Benfica von 1959 bis 1962, soll nach seinem Weggang gesagt haben: «In den nächsten hundert Jahren wird Benfica keinen internationalen Titel holen.» Seither stand die Mannschaft siebenmal im Endspiel und ging stets als Verlierer vom Platz – zuletzt gegen Chelsea.

Oscar Cardozo geht auf Jorge Jesus los. (Video: YouTube)

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