Aktualisiert 06.11.2015 14:51

Sexvideo-Skandal

Benzema droht Haftstrafe von bis zu fünf Jahren

Die Behörden ermitteln offiziell gegen Karim Benzema. Der französische Nationalspieler hat zugegeben, in den Erpressungsfall verwickelt zu sein – oder doch nicht?

Gegen den französischen Internationalen Karim Benzema wird Anklage erhoben. Ihm wird vorgeworfen, bei der Erpressung seines französischen Teamkollegen Mathieu Valbuena mit einem Sexvideo beteiligt gewesen zu sein.

Die Staatsanwaltschaft von Versailles gab bekannt, dass gegen den Stürmer von Real Madrid Anklage wegen «Beteiligung an einem Erpressungsversuch» erhoben wird. Laut einer Mitteilung der Justiz droht dem Stürmer von Real Madrid im Falle einer Verurteilung eine Haftstrafe «von mindestens fünf Jahren».

Keine Nati-Aufgebote

Benzema ist es aktuell verboten, sich seinem Teamkollegen bei der Nationalmannschaft zu nähern. Nationaltrainer Didier Deschamps zog bereits die Konsequenzen und bot beide Spieler weder für das Länderspiel gegen Deutschland im Stade de France (13. November) noch vier Tage später im Londoner Wembley-Stadion gegen England auf.

«Während Benzema immer noch verletzt ist, befindet sich Valbuena derzeit aus offensichtlichen Gründen in keinem psychischen Top-Zustand», so Deschamps, der keine weiteren Fragen zur Affäre beantworten wollte.

Lyons Mittelfeldspieler Valbuena war vor einigen Wochen telefonisch von Unbekannten mit einem Sexvideo erpresst worden. Die Aufnahme soll den verheirateten Nationalspieler beim Sex mit einer Unbekannten zeigen. Die Erpresser forderten gemäss diversen Medienberichten 150'000 Euro.

Anwalt: Benzema ist unschuldig

Benzema wurde aufgrund eines Gesprächs mit Valbuena am 5. Oktober befragt und am Mittwoch in Untersuchungshaft genommen. Er gab zu, dass er damals Valbuena auf das Video angesprochen habe, um laut eigener Aussage «einem Jugendfreund einen Gefallen zu tun». Ziel sei es gewesen, dass Valbuena exklusiv mit Benzemas Jugendfreund verhandeln solle.

Nach der amtlichen Beschuldigung beteuerte der Anwalt von Benzema, sein Mandant sei unschuldig. Berichte verschiedener Medien, wonach Benzema im Polizeiverhör am Mittwoch seine Verwicklung in den Fall zugegeben haben soll, wies Cormier energisch zurück. «Er hat überhaupt nichts zugegeben», sagte Cormier vor Journalisten in Versailles.

Nicht der erste «Sexskandal»

Es ist nicht das erste Mal, dass Benzema mit der Justiz in Konflikt gerät. 2010 wurden ihm und Franck Ribéry bezahlter Sex mit einer Minderjährigen vorgeworfen. Beide wurden im Januar 2014 von allen Vorwürfen freigesprochen.

Benzema wurde zudem erst vor wenigen Tagen wie zuletzt im Mai ohne Führerschein erwischt. Er war nach einem Restaurant-Besuch am Steuer eines weissen Rolls Royce gestoppt worden. Der Franzose wurde mit einer Geldbusse belegt, der Wagen vorläufig sichergestellt.

Anfang 2013 war Benzema zu einem 18-monatigen Führerscheinentzug verurteilt worden, nachdem er auf der Madrider Stadtautobahn mit 216 Kilometern pro Stunde in einer Zone geblitzt worden war, wo Tempo 100 erlaubt sind. (si)

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