Ölpreis sinkt: Benzin wird endlich billiger
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Ölpreis sinktBenzin wird endlich billiger

Die Treibstoffpreise sinken in der Schweiz auf breiter Front. Die Mineralölgesellschaften Shell, BP und Migrol gaben Preissenkungen um bis zu vier Rappen bekannt. Laut dem TCS liegen die durchschnittlichen Benzinpreise nun bei rund 1,80 Franken je Liter, Dieselöl kostet 1,99 Franken.

Marktführer Shell senkte die Andienungspreise für Benzin und Dieselöl um drei Rappen je Liter. Bereits am Vortag war der Preis um einen Rappen gesenkt worden, wie Shell-Sprecherin Nadine Rychter auf Anfrage in Baar sagte. BP-Sprecher Urs Ruggli erklärte in Baar, BP habe die Preise bereits per Freitag gesenkt, und zwar um jeweils vier Rappen pro Liter Benzin und um drei Rappen pro Liter Dieselöl.

Auch die zum Migros-Konzern gehörende Migrol senkte die Benzin- und Dieselölpreise um jeweils drei Rappen pro Liter. Migrol-Chef Daniel Hofer sagte in Zürich, es handle sich bereits um den dritten Abschlag in dieser Woche. Als Gründe für die Preissenkung wurden vor allem sinkende Produktepreise am Spotmarkt in Rotterdam genannt.

Preisniveau ist immer noch zu hoch

Laut Erich Schwizer vom Touring-Club der Schweiz (RCS) in Emmen bei Luzern beträgt der Durchschnittspreis an den Zapfsäulen für Benzin der Sorte Bleifrei 95 neu 1,78 Franken je Liter, für Bleifrei 98 1,83 Franken und für Dieselöl 1,99 Franken. Dies ist deutlich weniger als die absoluten Höchstpreise vom vergangenen Juni, die laut TCS-Statistik im Schnitt 1,99 Franken je Liter Bleifrei 95, 2,04 Franken je Liter Bleifrei 98 und 2,27 Franken je Liter Dieselöl betragen hatten.

Das nun erreichte Preisniveau sei jedoch immer noch hoch, sagte Schwizer. Weitere Abschläge dürften in nächster Zeit noch drinliegen. Allerdings sei dies erst möglich, wenn die von Wirbelstürmen heimgesuchten Raffinerien in den Südstaaten der USA wieder auf Volllast produzierten.

Chancen für weitere Abschläge stehen gut

Der markante Rückgang des Rohölpreises, der am Freitag zeitweise sogar unter 80 Dollar je Barrel (159 Liter) absackte, wirke sich erfahrungsgemäss mit Verzögerung auf die Produktepreise aus, sagte der für das Tankstellengeschäft verantwortliche Shell-Manager Rob Routs in Hamburg. Bei Händlern machen sich inzwischen Erwartungen breit, dass es wegen der Finanzkrise einen weltweiten Wirtschaftsabschwung und damit auch eine sinkende Öl-Nachfrage gibt. Ausserdem hätten sich viele Finanzanleger und Banken aus dem Ölmarkt abgemeldet, sagte Routs.

Falls die Rohölpreise unverändert blieben oder weiter sänken, könnten sich die Autofahrer aber auf fallende Benzin- und Dieselpreise freuen. (dapd)

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