Benzin wird sauberer
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Benzin wird sauberer

Der CO2-Ausstoss im Inlandverkehr wird reduziert: Schwefelfreie Treibstoffe werden nächstes Jahr in der Schweiz grossflächig eingeführt. Herkömmliche Motoren funktionieren mit diesem Treibstoff problemlos.

Der Bund fördert die Einführung von schwefelfreiem Benzin und Dieselöl mit einer Lenkungsabgabe von je drei Rappen pro Liter schwefelhaltigem Treibstoff, wie es an einer Medienkonferenz vom Dienstag hiess.

Der Treibstoff mit einem Schwefelgehalt von höchstens 0,001 Prozent wird schrittweise eingeführt, wie Ronald Ganz, der Präsident der Erdöl-Vereinigung (EV), an der gemeinsamen Medienkonferenz von EV, Touring-Club der Schweiz (TCS) und dem Verband auto-schweiz in Zürich sagte. Zuerst werden die Pflicht- und die Umschlagsvorräte der Mineralölgesellschaften an Treibstoffen mit höherem Schwefelgehalt abgebaut. Dies führt dazu, dass Tankstellen im Umfeld der Raffinerien und an Importachsen die neuen Treibstoffe früher anbieten können als jene in entfernteren Gebieten. Nach einigen Monaten sei der neue Treibstoff aber grossflächig erhältlich.

Die Lenkungsabgabe des Bundes soll beim Import von schwefelhaltigem Benzin und Dieselöl erhoben und der Bevölkerung via Krankenversicherung zurück erstattet werden. Die Mineralölindustrie erwartet aber keine grossen Einnahmen, wie es weiter hiess. Die neuen Produkte würden rasch eingeführt, eine Übergangsfrist sei nicht nötig.

Herkömmliche Motoren funktionieren gemäss EV-Angaben mit diesem Treibstoff problemlos. Die Erdölwirtschaft leiste damit einen weiteren substanziellen Beitrag zu Umwelt- und Klimaschutz, sagte Ganz. Der Kampf gegen die Schadstoffe habe schon in den 1980-er Jahren mit der mittlerweile abgeschlossenen Einführung des bleifreien Benzins begonnen.

Auto-schweiz-Direktor Andreas Burgener sagte unter anderem, die Entwicklung hocheffizienter Antriebe sei vordringlich. Die Einführung von Wasserstoff-Brennzellen-Antrieben brauche aber noch erhebliche Zeit, weshalb eine Übergangsstrategie nötig sei. Dabei gehe es um die konsequente Optimierung konventioneller Motoren und Kraftstoffe. Die günstigsten Antriebe seien derzeit Diesel- und Benzinmotoren mit Direkteinspritzung. Mit schwefelfreiem Treibstoff sei eine sprunghafte Verbesserung der Abgas-Nachbehandlung möglich. Bei Dieselmotoren sei der Einsatz von Partikelfiltern nicht zwingend nötig, sagte Burgener.

Laut TCS-Zentralpräsident Jean Meyer ist die Einführung schwefelfreier Treibstoffe ein Schritt zur weiteren Reduktion des CO2-Ausstosses im Inlandverkehr. Neben technischen Massnahmen zur Reduktion von Stickoxid- und Partikelausstos seien weitere Massnahmen nötig. Meyer verwies auf die Einführung des so genannten Klimarappens und die Zustimmung zum Avanti-Gegenvorschlag mit dem möglichen Bau der zweiten Gotthard-Röhre. TCS, EV und auto-schweiz seien willens, weiterhin einen kooperativen Weg zu gehen. (dapd)

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