Terrorangst in NYC: Benzinkanister lösen Bomben-Alarm aus
Aktualisiert

Terrorangst in NYCBenzinkanister lösen Bomben-Alarm aus

Bei einem verdächtigen Auto, das in der Nähe des Union Square in Manhattan entdeckt worden ist, fand die Polizei keinen Sprengsatz. Derweil bedankte sich US-Präsident Barack Obama beim NYPD für ihrer Terrorarbeit.

Bombenentschärfer am Union Square.

Bombenentschärfer am Union Square.

Nach einem neuerlichen Bomben-Alarm in New York hat die Polizei Entwarnung gegeben: Bei der Durchsuchung eines verdächtigen Autos im Zentrum der Stadt sei kein Sprengsatz gefunden worden, teilte Polizeisprecher Paul Browne am Freitagmorgen mit. Das vor einem Bürogebäude des Energieversorgers Con Edison geparkte Auto war einem Angestellten aufgefallen, weil auf dem Rücksitz zwei Treibstoffkanister lagen. Der mittlerweile ausfindig gemachte Besitzer des Wagens gab laut Polizei an, der Treibstoff sei für seinen Rasenmäher bestimmt.

Zuvor hatten Sprengstoffexperten das Auto untersucht. Die umliegenden Strassen wurden abgesperrt, ein nahegelegenes Wohnhaus wurde geräumt.

Am 1. Mai war auf dem weltberühmten Times Square ein Geländewagen mit einem Sprengsatz entdeckt worden, der unter anderem aus Gasflaschen bestand. Er konnte entschärft werden.

Drei Festnahmen bei Ermittlungen zu Anschlagsversuch

Fast zwei Wochen nach dem vereitelten Bombenanschlag in New York sind bei Razzien im Nordosten der USA drei Menschen festgenommen worden. Sie seien wegen Verstössen gegen das Einwanderungsgesetz in Gewahrsam genommen worden, sagte US- Justizminister Eric Holder am Donnerstag (Ortszeit).

Es gebe zudem Hinweise darauf, dass sie dem Hauptverdächtigen in dem Fall, Faisal Shazad, Geld gegeben hätten. Ein Sprecher des Justizministeriums betonte, den Festgenommenen werde kein terroristisches Motiv vorgeworfen.

Dennoch sprach Minister Holder von einem «bedeutenden Schritt» bei den Ermittlungen zu dem Anschlagsversuch vom 1. Mai auf dem New Yorker Times Square.

Es gebe «zumindest Anlass» zu glauben, dass die Festgenommenen Shazad mit Geld versorgt hätten. «Also versuchen wir herauszufinden, was für Transaktionen das genau waren und welches Ziel sie hatten», fügte Holder hinzu.

Shazad war pleite

Shazad war nach bisherigen Erkenntnissen arbeitslos und pleite, sein Haus in Connecticut wurde zwangsversteigert. Er hatte aber eine Wohnung und ein Auto.

Zudem zahlte er 1300 Dollar für den Geländewagen, den er mit Propangasbehältern, Benzinkanistern und Feuerwerkskörpern am Times Square abstellte. Der Sprengsatz war rechtzeitig entdeckt und entschärft worden.

Obama lobt Arbeit der Polizei

Nach US-Medienberichten gab es am Donnerstag mehrere Razzien in den Bundesstaaten New York, New Jersey, Connecticut und Massachusetts. In dem Bostoner Vorort Brookline in Massachusetts durchsuchten Polizisten, FBI-Agenten und Mitarbeiter der Einwandererbehörde eine Tankstelle.

Helikopter überflogen den Ort, der abgesperrt wurde. Eine andere Razzia fand in einer Wohnung in Watertown westlich von Boston statt, wie ein Augenzeuge im Fernsehen sagte.

US-Präsident Barack Obama stattete am Donnerstag dem Polizei- Hauptquartier der New Yorker Polizei einen Überraschungsbesuch ab, um die Ermittler für ihre Arbeit seit dem vereitelten Anschlag zu loben.

Verbindung zu den Taliban

Ein in Pakistan festgenommener Verdächtiger bezeichnete sich laut einem US-Zeitungsbericht als einen Komplizen Shazads, der ebenfalls aus Pakistan stammt, aber einen US-Pass hat.

Wie die «Washington Times» unter Berufung auf US-Vertreter berichtete, lieferte der Mann Beweise für Verbindungen zwischen dem Anschlagsversuch und den pakistanischen Taliban. Auch Justizminister Holder sagte am Donnerstag, es gebe Beweise dafür, dass die Taliban hinter dem vereitelten Attentat steckten.

Shazad war Anfang vergangener Woche in einem startbereiten Flugzeug in New York von FBI-Beamten festgenommen worden. Er wollte nach Justizangaben nach Dubai fliegen. Er ist wegen Terrorismus, des versuchten Einsatzes einer Massenvernichtungswaffe und der versuchten Zerstörung eines Gebäudes angeklagt. Bei einer Verurteilung droht ihm lebenslange Haft.

(sda/dapd)

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