Berner Psychologin hilft: Beratung für Spuk-Betroffene

Aktualisiert

Berner Psychologin hilftBeratung für Spuk-Betroffene

Geister poltern im Estrich, Gegenstände machen sich selbstständig: Eine Forscherin der Uni Bern hilft Spuk-Betroffenen.

von
Alessandro Meocci

Gleich vorweg: Martina Belz kann nicht sagen, ob es Geister gibt oder nicht. Dennoch hat die Berner Psychologin, die für ihre Arbeit mit SpukBetroffenen bekannt ist, ein Buch über «aussergewöhnliche Erfahrungen» geschrieben. «Darin habe ich Erlebnisse von rund 2000 Ratsuchenden verarbeitet», sagt Belz auf Uniaktuell.ch.

Die Phänomene, mit denen die Psychologin konfrontiert wurde, sind vielfältig: Stimmen, die sonst keiner hört, Herdknöpfe, die sich wie von Geisterhand drehen, oder Gegenstände, die aus dem Nichts erscheinen. Offenbar keine Hirngespinste von psychisch Kranken: «Es gibt keine statistische Evidenz, dass psychische Störungen bei Menschen mit aussergewöhnlichen Erfahrungen häufiger vorkommen als in der Allgemeinbevölkerung», so Belz. Eine repräsentative Umfrage in Deutschland habe gezeigt, dass gut zwei Drittel der Bevölkerung bereits besondere Erlebnisse hatte.

Wichtiger als die Frage, ob es wirklich spukt, ist für Belz, dass ihr Beratungskonzept hilft. Poltert es im eigenen Haus, rät sie etwa, sich zuerst selbst zu fragen, was für eine Botschaft das sein könnte

und wo es Probleme im eigenen Leben gebe: Es könne sein, dass ein Poltergeist einfach ein lang unterdrückter Wunsch sei, der sich auf sehr aussergewöhnliche Art präsentiere.

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