Aktualisiert 21.03.2011 23:34

ZivildienstBeratungsstelle hat kein Geld mehr

Die Schweizer Beratungsstelle Zivildienst.ch steht vor dem finanziellen Aus – und Bürgerliche fordern die Gewissensprüfung zurück.

von
sut/ram
Ein Zivildienstleistender arbeitet in der Küche des heilpädagogischen Zentrums in Köniz BE. (keystone)

Ein Zivildienstleistender arbeitet in der Küche des heilpädagogischen Zentrums in Köniz BE. (keystone)

Das Rundmail, das die Beratungsstelle Zivildienst.ch soeben an ihre Mitglieder sandte, ist ein einziger Hilferuf. «Der Verein hat momentan KEIN GELD», schreibt Piet Dörflinger darin. Für die Organisation, die jährlich über 3000 Beratungen durchführt, seien wegen der Konkurrenz auf dem Spendenmarkt massiv weniger Mittel eingegangen, sagte der Geschäftsleiter gegenüber 20 Minuten. Wieso das so ist, kann er sich nicht genau erklären. Doch nun drängt die Zeit: «Wir suchen dringend nach Lösungen, wie die Beratungen sichergestellt werden können», so Dörflinger. Die Beiträge für Ratsuchende habe man schon bis zur Schmerzgrenze erhöht. «Schlimmstenfalls müssen wir im Sommer dichtmachen.»

Für Wehrpflichtige wäre das ein extremer Verlust, glaubt Christina Hug von der Gruppe für eine Schweiz ohne Armee. «Solche Dienstleistungen wie etwa die unabhängige juristische Beratung kriegen sie sonst in der Deutschschweiz nirgends.» Überhaupt weht Militärverweigerern derzeit ein rauer Wind entgegen. Seit die Gewissensprüfung 2009 abgeschafft wurde, nahmen Zivildienstgesuche sprunghaft zu. Die Bestimmungen müssten wieder verschärft werden, fordert Oberst Hans Schatzmann, Präsident der Schweizerischen Offiziersgesellschaft: «Man soll nicht einfach wählen können zwischen Dienst und Zivildienst.» Er verlangt deshalb, dass die Gewissensprüfung wieder eingeführt wird. Auch im Parlament sind dazu noch diverse Vorstösse hängig. (sut/ram/20 Minuten)

Nicht jeder soll vom Militär wegkommen

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