Beraubter Taxifahrer überfuhr den Täter
Aktualisiert

Beraubter Taxifahrer überfuhr den Täter

Die Flucht endete nach wenigen Metern: Ein 24-jähriger Marokkaner bedrohte in der Zürcher Innenstadt einen Taxifahrer mit einem Messer, stahl ihm einige hundert Franken und flüchtete.

Er kam jedoch nicht weit: Der Chauffeur schnitt dem Dieb mit seinem Wagen nämlich kurzerhand den Fluchtweg ab – und fuhr ihn um. Dabei wurde der Räuber unter dem Taxi eingeklemmt und musste von der Feuerwehr befreit werden. Ob die Handlung des Taxifahrers rechtens ist, wird abgeklärt – der Marokkaner wurde verhaftet.

Als der 44-jährige Taxichauffeur am Zielort in der Zürcher Innenstadt anhielt, wurde er vom Fahrgast mit einem Messer bedroht und zur Herausgabe von Bargeld gezwungen. Mit der Beute von mehreren hundert Franken verliess der Dieb das Fahrzeug und flüchtete. Weit kam er jedoch nicht: Der Taxifahrer aus Serbien-Montenegro verfolgte den Räuber, schnitt ihm mit dem Auto den Fluchtweg ab und fuhr ihn an – die Beine des Marokkaners wurden unter dem Auto eingeklemmt.

Die Feuerwehr befreite den Mann kurz darauf aus seiner misslichen Lage und übergab ihn der wartenden Polizei.

«Mein Mitarbeiter steht noch immer unter Schock», so der Chef des Lenkers. Sein Angestellter habe den Räuber nicht bewusst anfahren wollen, der Vorfall tue ihm schrecklich leid.

Glücklicherweise habe der Täter nur Prellungen erlitten. Laut Strafrechtsprofessor Daniel Jositsch wird jedoch erst die Untersuchung zeigen, ob der Taxifahrer aus Notwehr gehandelt hat oder ob er eine Art Selbstjustiz vollzog. Geklärt werden müsse zudem die Verhältnismässigkeit. Jositsch: «Man muss sich fragen, ob es rechtens ist, wegen ein paar hundert Franken einen Dieb anzufahren.»

Nico Menzato / Marco Lüssi

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