Kanton Zürich: Bereits 100 Hanf-Indoor-Anlagen ausgehoben

Aktualisiert

Kanton ZürichBereits 100 Hanf-Indoor-Anlagen ausgehoben

Rund 100 Hanf-Indoor-Anlagen hat die Polizei im Kanton Zürich 2014 bereits ausgehoben. Die Händlerringe werden immer professioneller – und auch gewalttätiger.

von
rom
Blick in eine Hanf-Indooranlage. Im Kanton Zürich werden immer mehr davon entdeckt.

Blick in eine Hanf-Indooranlage. Im Kanton Zürich werden immer mehr davon entdeckt.

Die Zahl der ausgehobenen Cannabis-Plantagen im Kanton Zürich ist stark angestiegen: Dieses Jahr wurden bereits rund 100 Anlagen entdeckt. Zum Vergleich: 2013 waren es total 84 und im Jahr zuvor 50. «Wir erhalten mehr Hinweise aus der Bevölkerung, also von Nachbarn und Passanten», sagt Marcel Frei, Ermittlungschef der Zürcher Kantonspolizei, in einem Interview in der NZZ vom Donnerstag. Das habe wohl auch damit zu tun, dass die Leute sensibilisierter für das Thema seien als früher – etwa auf den Hanfgeruch. Gleichzeitig lege die Polizei den Fokus vermehrt auf den Cannabishandel.

Hinter den Anlagen im Kanton Zürich stehen laut Frei neben Kleinhändlern grosse, professionell organisierte Gruppen. Entsprechend viel Platz und Geld sei dabei im Spiel. Mehrheitlich seien die Verantwortlichen Schweizer, die sich in der Region gut auskennen. Das sei nötig, um passende Objekte mieten zu können. An diversen Orten finde man noch leerstehende Industriegebäude, in denen man Cannabis-Plantagen ohne grosses Aufsehen aufbauen könne.

Nähatelier als Tarnung

Immer raffinierter werden die Betreiber beim Tarnen: «Wir haben schon Raum-in-Raum-Anlagen entdeckt», sagt Frei. Da trifft man im offen zugänglichen Teil der Liegenschaft dann beispielsweise auf ein Nähatelier. Dieses sei jedoch nur eine Tarnung, denn in einem abgetrennten Teil befindet sich dann die Pflanzenaufzucht mit einer ausgefeilten Infrastruktur – also Licht, Wasserverteilung, Lüftungssystem und Filter. Nur wer die genauen Masse des Gebäudes kennt, bemerkt diese Zweiteilung.

Sorgen bereitet ihm das zunehmende Aufrüsten der Cannabis-Händlerringe: «Viele Anlagen sind bestens gesichert, etwa mit Videoüberwachung.» Auch würden sie teils eigenes Sicherheitspersonal einsetzen und das sei problematisch. Bei Kontrollen stelle man immer wieder Waffen sicher. «Anzunehmen ist auch, dass es zwischen den Gruppen zu Auseinandersetzungen kommt», sagte Frei der NZZ.

Deine Meinung