Meningitis-Epidemie: Bereits 23 Tote wegen verseuchter Spritzen
Aktualisiert

Meningitis-EpidemieBereits 23 Tote wegen verseuchter Spritzen

Die Zahl der Todesopfer nach der Injektion eines verunreinigten Schmerzmittels wird immer höher. Über 300 Menschen sind in den USA bereits an Hirnhautentzündung erkrankt.

Eine Mykologin untersucht am 19. Oktober in einem Labor in Nashville, Tennessee Proben, um den Pilzerreger zu isolieren.

Eine Mykologin untersucht am 19. Oktober in einem Labor in Nashville, Tennessee Proben, um den Pilzerreger zu isolieren.

Nach der massenweisen Verunreinigung von Schmerzspritzen sind in den USA mittlerweile mindestens 23 Menschen gestorben. Insgesamt seien im Zuge der Krankheitswelle mehr als 300 Menschen an Hirnhautentzündung erkrankt, teilte die US-Gesundheitsbehörde am Dienstag mit.

Nach Behördenangaben wurden aus 15 der 50 US-Bundesstaaten Erkrankungen gemeldet, die mit den verseuchten Steroid-Injektionen in Verbindung gebracht werden. Am stärksten betroffen sind demnach Tennessee und Michigan. Landesweit wurden den Angaben zufolge mehr als 14 000 Patienten in 23 Bundesstaaten mit der verseuchten Injektion behandelt.

Das zur Gruppe der Steroide gehörende Schmerzmittel wird üblicherweise in den Bereich des Rückenmarks gespritzt, um Rückenschmerzen zu lindern. Die mit dem Pilz verseuchten Injektionen wurden von der Firma NECC im Bundesstaat Massachusetts hergestellt. Das Unternehmen rief inzwischen alle Injektions-Dosen zurück, stellte seine Produktion ein und gab seine Lizenz zurück.

Die Meningitis greift Gehirn und Rückenmark an. Die Krankheit bleibt oft lange unentdeckt, weil die ersten Symptome einer Grippe ähneln. Sie ist allerdings nicht ansteckend. Die Betroffenen müssen im Spital intravenös Medikamente gegen den Erregerpilz erhalten.

(sda)

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