Den ZSC Lions fehlt noch ein Sieg - Bereits 245 Strafminuten – Lions gegen Lausanne ist ein Brutalo-Duell
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Den ZSC Lions fehlt noch ein SiegBereits 245 Strafminuten – Lions gegen Lausanne ist ein Brutalo-Duell

Lausanne und Zürich sind etwa gleich stark. Anstatt aber attraktives Hockey zu spielen, sind die Partien geprägt von harten Checks. Im Fokus stehen insbesondere Mark Barberio und Sven Andrighetto.

von
Nils Hänggi

Für diesen Brutalo-Check kassierte der Lausanne-Captain sechs Spielsperren.

SRF

Darum gehts

  • Im Viertelfinal-Duell zwischen den ZSC Lions und Lausanne geht es aggressiv zu und her.

  • In jeder Partie gibt es unzählige Strafminuten.

  • Vor allem Mark Barberio und Sven Andrighetto stehen im Fokus.

  • Dabei sind beide eigentlich Freunde.

Was ist das für ein Playoff-Duell im Viertelfinale! Lausanne und die ZSC Lions schenken sich Nichts. Die Spiele zwischen den beiden Clubs, die etwa gleich stark einzustufen sind, könnten voller schönem Hockey sein. Könnten. Denn anstatt Eishockey zu spielen, verlegen sich beide Teams, vor allem aber die Waadtländer, auf Checks und Fouls.

Beispiele gefällig? Gerne. Wenn man die Strafminuten aus den bisherigen Viertelfinal-Partien analysiert, fällt insbesondere eine Sache auf. Abgesehen vom Spiel am Mittwochabend, als Lausanne mit 5:2 gegen die Lions gewann, hatten die Waadtländer stets mehr Strafminuten. Und das teils massiv. Im ersten Spiel hatte Lausanne 20, die Lions vier. Im zweiten spielte Lausanne noch aggressiver. Und das hatte Folgen: Am Ende kassierte der LHC 45 Strafminuten, der ZSC zwölf. In Spiel drei ging es im Vergleich nahezu ruhig vor sich her. Lausanne und Zürich hatten mit zwölf und zehn nahezu gleich viele Strafminuten. Doch dann kam das Spiel vier, das die Lions mit 3:1 gewannen. Lausanne nahm keine Rücksicht, kassierte für unzählige Checks 66 Strafminuten, die Lions 33. Und am Mittwochabend schlug der ZSC zurück, hatte mit 35 Strafminuten weitaus mehr als Lausanne (8). Heisst: Insgesamt gab es bereits 245 Strafminuten im Brutalo-Duell!

Sechs Spielsperren für Barberio

Im Fokus waren insbesondere stets zwei Spieler. Sven Andrighetto von den Lions und Mark Barberio vom LHC. Vor allem der Lausanne-Captain spielte äusserst aggressiv. Am Montag attackierte er Garrett Roe mit einem sogenannten Zweihänder: Er zog seinen Stock mit Wucht über Roes Unterarm – eine Verletzung des Gegners wird bei einem solchen Vorgehen in Kauf genommen. Später schlug er noch mit dem Stock zwischen die Beine von Andrighetto und checkte ihn von hinten in die Bande. Bereits am Samstag hatte sich Barberio einen Stockschlag gegen Roe geleistet. Das zeigten Videobilder.

Die Folge: Wütende ZSC-Spieler und ein Coach, der sauer war. Nach der Partie am Montag sprach Rikard Grönborg gegenüber verschiedenen Medien so auch von einer Hetzjagd auf einzelne seiner Spieler und forderte Massnahmen seitens der Liga. Er könne nicht verstehen, warum bisher keine getroffen worden seien. Kurz darauf reagierte die Liga, sperrte Barberio vorsorglich. Am Donnerstag folgte die definitive Strafe. Der Frankokanadier kassierte sechs Spielsperren und eine Busse von 8900 Franken.

Und Andrighetto? Der Mann, der am Montag noch so übel gefoult wurde und die Partie nicht zu Ende spielen konnte, spielte am Mittwochabend äusserst hart. In der 55. Minute stieg er mit zu viel Biss in einen Zweikampf gegen Charles Hudon und erwischte den Kanadier im Nachfassen im Nackenbereich. Hudon sank sofort zu Boden, Andrighetto beschimpfte ihn in der Folge. Die Liga sperrte den ZSC-Stürmer für ein Spiel und büsste ihn mit 2500 Franken.

In der 55. Minute stieg Andrighetto mit zu viel Biss in einen Zweikampf gegen Charles Hudon.

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«Werden wir sicherlich ein Bier trinken gehen»

Das nächste Spiel steigt am Freitag. Es ist nicht anzunehmen, dass sich die Affiche beruhigen wird. Die Duelle werden weiter geprägt sein von harten Checks und Fouls. Obwohl: Barberio und Andrighetto werden dann nicht dabei sein, da beide gesperrt sind. Ob das Spiel dann vielleicht also doch ruhiger wird? Womöglich. Sicher ist nur – auch wenn man es wegen der Duelle kaum glauben mag – die beiden Spieler mögen sich.

Sven Andrighetto und Mark Barberio liefen in der NHL gemeinsam für die Montreal Canadiens und die Colorado Avalanche auf und wohnten gar zusammen. Barberio meinte zuletzt gegenüber dem SRF: «Jetzt gerade sind wir beste Feinde. Auf dem Eis geht es immer nur um das Team und ist nie persönlich. Aber nach dem Playoff werden wir sicher wieder zusammen ein Bier trinken gehen.»

«Das was passiert, ist der Wahnsinn» – Lausanne-Boss wütet

Lausanne ist sauer. Sehr. Nachdem Andrighetto für sein Foul an Hudon für ein Spiel gesperrt wurde, wütet Lausanne-Boss Petr Svoboda. Er sagt gegenüber «24 heures»: «Das was passiert, ist der Wahnsinn. Eine Spielsperre für einen Crosscheck gegen den Kopf. Das ist unsinnig und wir werden Rekurs einlegen.» Und: «Es war gemein, absichtlich, kriminell. Das hat nichts auf einem Eisfeld verloren. Dieses Urteil ist inakzeptabel.» Die sechs Spielsperren gegen Barberio findet Svoboda dagegen gerechtfertigt. «Mark weiss, was er getan hat. Er bereut es», so Svoboda. (nih)

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