USA: Bereits 8,5 Billionen ins System gepumpt

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USABereits 8,5 Billionen ins System gepumpt

Nach einer Vielzahl von Finanzhilfen durch den US-Staat stellt sich die Frage: Mit wie viel Geld garantiert der US-Staat für sein Finanzsystem? Die Nachrichtenagentur Bloomberg hat alle Daten zusammengetragen und addiert: 700 Milliarden? Nein! Eine unglaubliche Summe von 8500 Milliarden Dollar ist das (vorläufige) Resultat.

Als Ben Bernanke, Chef der US-Zentralbank (Federal Reserve System Fed), am 18. November Auskunft über die Kosten des US-Finanzsystems geben sollte, sagte er lediglich: «Wir sind gebeten worden mitzuteilen, welche Geschäftsbanken sich Geld bei uns leihen, wie viel sie sich leihen und welche Sicherheiten sie dafür angeben. Wir denken, die Gesamtkosten zu veröffentlichen wäre kontraproduktiv.» Offenbar gibt es einen guten Grund dafür, dass diese Zahlen verschwiegen werden. Das Fed wollte, trotz einer Klage auf Herausgabe der Informationen durch Bloomberg, die Daten nicht rausrücken, wie «Financial Times Deutschland» berichtet.

Trotzdem hat Bloomberg mit Hilfe von öffentlich zugänglichen Daten von der Notenbank, Einlagenversicherung und des Finanzministeriums eine umfassende Kalkulation zum Preis für die Rettung des amerikanischen Finanzsystems erstellt. Das Ergebnis: Die effektiven Risiken, die der Staat eingeht, belaufen sich auf gigantische 8500 Milliarden Dollar.

Fed

Nach der Lehman-Brothers-Pleite legte das Fed die beiden Kreditprogramme «Commercial Paper Funding» und «Money Market Investor Funding» auf, die in erster Linie Geldmarktfonds stützen sollen. Die Risiken, welche aus diesen Kreditversprechen entstehen, belaufen sich laut Bloomberg auf 2700 Milliarden Dollar. Bereits im vergangenen Dezember hatte die Zentralbank die «Term Auction Facility» aufgelegt, mit der das Kreditvolumen der Banken stark vergrössert wurde. Bloomberg schätzt den totalen Umfang aller Programme auf 4700 Milliarden Dollar – exklusiv der 800 Milliarden Dollar, welche diese Woche zum Aufkauf von Problemhypotheken angekündigt wurden.

FDIC

Neben dem Fed steht auch die US-Einlagensicherung FDIC mit 1400 Milliarden für Verpflichtungen der Banken ein. Zusätzlich sagte die FDIC Mitte Monat GE Capital, der Finanztochter von General Electric, eine Garantie über 139 Milliarden Dollar zu: Damit belaufen sich die Garantien der Einlagenversicherung auf 1539 Milliarden Dollar.

Direkte Staatshilfe

Die Regierungshilfe beläuft sich laut der Nachrichtenagentur auf rund 1000 Milliarden Dollar. Welche Finanzspritzen mit dem 700 Milliarden Dollar Rettungspaket verrechnet werden, ist nicht ganz klar. Sicher enthalten sind die 250 Milliarden, die zur Finanzierung der neun grössten US-Banken verwendet wurden. Ebenfalls dazugerechnet sind die 20 Milliarden für die angeschlagene Citigroup. Schon zuvor pumpte der Staat Milliarden in die US-Banken JP Morgen Chase, Bear Stearns und in die Verstaatlichung des Versicherers AIG.

Immobilienmarkt

Schon vor Ende Juli verabschiedete der Kongress den «Housing Bill». Mit dem Gesetz schuf das Parlament die Grundlage dazu, die Hypothekenfinanzierer Freddy Mac und Fannie Mae zu verstaatlichen. Zusätzlich wurde die Federal Housing Administration ermächtigt, für 300 Milliarden Dollar faule Hypotheken aufzukaufen.

Freddy Mac und Fannie Mae sprachen der Fed-Chef Bernanke und Finanzminister Henry Paulson Garantien über 200 Milliarden Dollar zu. Ob diese Mittel von der Fed oder dem Staat gestellt werden oder ob sie im erst kürzlich verabschiedeten 800 Milliarden Programm enthalten sind, ist unklar.

(scc/zac)

Total der US-Finanzhilfen:

Federal Reserve System (FED):

5 500 Milliarden Dollar

US-Einlagensicherung FDIC:

1 539 Milliarden Dollar

US-Staat:

1 000 Milliarden Dollar

Immobilien :

500 Milliarden

Total: 8 539 Milliarden Dollar

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