Kampf gegen Fehlinformation – Bereits 9-Jährige werden auf Tiktok mit Corona-Fake-News bombardiert
Publiziert

Kampf gegen FehlinformationBereits 9-Jährige werden auf Tiktok mit Corona-Fake-News bombardiert

Es dauerte nur rund 30 Minuten, bis beinahe alle Kinder, die an einer Fake-News-Studie teilgenommen haben, Fehlinformationen zu Covid-19 auf Tiktok gesehen haben. Das ist beunruhigend, so Expertinnen und Experten.

von
Dominique Zeier
1 / 8
Laut einer Studie von NewsGuard werden selbst jüngsten Kindern auf Tiktok Fake News zum Coronavirus angezeigt. 

Laut einer Studie von NewsGuard werden selbst jüngsten Kindern auf Tiktok Fake News zum Coronavirus angezeigt.

Unsplash
So sahen die Teilnehmenden der Studie beispielsweise ein Video, in dem behauptet wurde, dass ein Rapper Covid-19 bereits im Jahr 1994 vorausgesagt hätte. 

So sahen die Teilnehmenden der Studie beispielsweise ein Video, in dem behauptet wurde, dass ein Rapper Covid-19 bereits im Jahr 1994 vorausgesagt hätte.

NewsGuard
In einem anderen Video wird ein Zusammenhang zwischen der Covid-19-Imfpfung und einem Todesfall impliziert. 

In einem anderen Video wird ein Zusammenhang zwischen der Covid-19-Imfpfung und einem Todesfall impliziert.

NewsGuard

Darum gehts

  • Fehlinformationen werden zu einem immer grösseren Problem auf Social-Media-Plattformen.

  • Das bestätigt eine Studie der Organisation NewsGuard.

  • Darin zeigte sich, dass bereits neunjährigen Kindern auf Tiktok Fake News zu Covid-19 ausgespielt werden.

  • Die untersuchten Inhalte waren auch noch Monate später auf der App zu finden.

Im Internet und insbesondere auf Social Media halten sich Fehlinformationen zur Covid-19-Pandemie oder zur Impfung hartnäckig. Eine Untersuchung von NewsGuard, einer Organisation, die Falschinformationen im Netz überwacht, zeigt nun, dass bereits Kinder im Alter von neun Jahren über Monate hinweg solchen falschen Informationen ausgesetzt sind.

Konkret hat sich NewsGuard mit der Kurzvideoplattform Tiktok auseinandergesetzt. So hat die Organisation selbst gemeinsam mit Kindern und deren Eltern Profile erstellt und beobachtet, welche Inhalte den jungen Nutzerinnen und Nutzern angezeigt wurden. Bereits wenige Minuten nach der ersten Anmeldung seien schlicht falsche oder irreführende Inhalte erschienen, die sich auf Covid-19 oder die Impfung bezogen haben. Dies sei auch dann geschehen, wenn die Kinder noch gar keinen Accounts gefolgt waren, die solche Inhalte promoten.

Videos auch nach Monaten noch einsehbar

Zwar ist es Kindern unter 13 Jahren nicht erlaubt, einen Tiktok-Account zu erstellen, trotzdem geschieht dies immer wieder. Denn jüngere Kinder können einfach ein falsches Alter angeben und erhalten anschliessend vollen Zugang zur Plattform. Laut NewsGuard konnten auch die Kinder, die an der Studie teilnahmen, problemlos Accounts erstellen, für die sie eigentlich zu jung waren.

Es zeigte sich, dass fast 90 Prozent der jungen Nutzerinnen und Nutzer innerhalb der ersten 35 Minuten auf der App Fehlinformationen zu Covid-19 angezeigt wurden. Dazu gehörten falsche Daten in Bezug auf Todesfälle nach Impfungen, Schäden durch Impfstoffe, nachweislich wirkungslose Behandlungsmethoden oder Fehlinformationen zur globalen Pandemie als Ganzes.

Tatsächlich verschwanden viele dieser Videos nicht von der Plattform. Wie «The Guardian» berichtet, konnten einige der in der NewsGuard-Studie verwendeten Inhalte auch noch Monate nachdem sie gepostet wurden aufgefunden werden. Einige der Videos sollen sogar beinahe zehn Millionen Views angesammelt haben.

Zunehmendes Problem

Nach der Analyse hat sich NewsGuard an Tiktok gewendet und eine Erklärung verlangt, wieso es für junge Nutzerinnen und Nutzer so einfach ist, bei der Altersangabe zu lügen und weshalb selbst jungen Userinnen und Usern falsche Informationen zum Coronavirus ausgespielt werden. In der Antwort von Tiktok heisst es: «Die Sicherheit und das Wohlergehen unserer Community stehen bei uns an höchster Stelle und wir arbeiten stets daran, gegen Inhalte und Accounts vorzugehen, die Fehlinformationen verbreiten und wir fördern aktiv verlässliche Inhalte zu Covid-19.»

Wie NewsGuard mitteilt, ist die Ausbreitung von Fake News auf Social-Medial-Plattformen ein zunehmendes Problem, das auch vielen Expertinnen und Experten Sorge bereitet. So habe auch die Weltgesundheitsorganisation, mit der NewsGuard häufig zusammenarbeitet, das Problem mittlerweile erkannt und wird in den kommenden Wochen verschiedene Kampagnen lancieren, die sich direkt an junge Menschen richten sollen. Damit soll eine jüngere Zielgruppe besser informiert und aufgeklärt werden, was Informationen bezüglich Covid-19 angeht.

20 Minuten informiert laufend über Falschmeldungen und Fehlinformationen zum Thema Covid-19. Mehr dazu findest du hier.

Digital-Push

Wenn du den Digital-Push abonnierst, bist du über News und Gerüchte aus der Welt von Whatsapp, Snapchat, Instagram, Samsung, Apple und Co. informiert. Auch erhältst du Warnungen vor Viren, Trojanern, Phishing-Attacken und Ransomware als Erster. Weiter gibt es Tricks, um mehr aus deinen digitalen Geräten herauszuholen.

So gehts: Installiere die neuste Version der 20-Minuten-App. Tippe unten rechts auf «Cockpit», dann «Einstellungen» und schliesslich auf «Push-Mitteilungen». Beim Punkt «Themen» tippst du «Digital» an – et voilà!

My 20 Minuten

Als Mitglied wirst du Teil der 20-Minuten-Community und profitierst täglich von tollen Benefits und exklusiven Wettbewerben!

Deine Meinung

69 Kommentare