Arabische Staaten: Bereits ab 2015 droht akute Wasserknappheit
Aktualisiert

Arabische StaatenBereits ab 2015 droht akute Wasserknappheit

Wasser gilt als Gold des 21. Jahrhunderts: Im Besonderen gilt dies für die arabischen Staaten, die bereits in unmittelbarer Zukunft mit massiven Versorgungsengpässen zu kämpfen haben werden.

Wasserknappheit wird länger denn je zum Problem - in besonderem Ausmass in arabischen Staaten.

Wasserknappheit wird länger denn je zum Problem - in besonderem Ausmass in arabischen Staaten.

Die arabischen Staaten werden einer Studie zufolge vom Jahr 2015 an unter einer akuten Wasserknappheit leiden. Die Bevölkerung muss dann pro Kopf mit 500 Kubikmeter Wasser im Jahr auskommen - weniger als einem Zehntel der weltweit durchschnittlichen Menge.

Dies teilte das Arabische Forum für Umwelt und Entwicklung (AFED) am Donnerstag in Beirut mit. Verschlimmert wird demnach die Lage vom Bevölkerungswachstum und vom Klimawandel. Besonders die Landwirtschaft wird nach Erkenntnissen der Forscher die Auswirkungen des Wassermangels zu spüren bekommen.

«Die arabische Welt befindet sich bereits in einer Wasserkrise, die sich bei Untätigkeit verschlimmern wird», heisst es in dem Bericht. Pro Kopf steht den Arabern heute im Vergleich zu 1960 nur ein Viertel des Wassers zur Verfügung.

Starker Anstieg der Bevölkerung

Die UNO erwartet bis 2050 einen Anstieg der Bevölkerung von etwa 360 Millionen auf fast 600 Millionen. Zugleich soll es in den kommenden Jahrzehnten wegen des Klimawandels ein Viertel weniger Niederschläge und mehr Verdunstung geben.

Damit werde die Landwirtschaft nicht mehr ohne künstliche Bewässerung auskommen, schrieben die Forscher, die einen Rückgang der Erträge um 20 Prozent erwarten. Die Landwirtschaft verbraucht in der arabischen Welt 85 Prozent des Wassers. In anderen Teilen der Welt sind es im Durchschnitt 70 Prozent.

Drastische Auswirkungen

Bereits heute zählen 13 arabische Staaten zu den 19 wasserärmsten in der Welt. Die Wissenschaftler warnten, dass die Wasserkrise ohne Gegenmassnahmen drastische soziale, politische und wirtschaftliche Auswirkungen haben werde.

Besondere Kritik äusserte das AFED an der Wasserverschwendung in der Region. So werde zu viel Grundwasser entnommen, so dass die Vorräte verschmutzt würden und Meerwasser in Küstenregionen vordringe. Mehr als 43 Prozent des Abwassers wird demnach unbehandelt entsorgt, nur 20 Prozent werden wiederverwertet.

(sda)

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